IASB veröffentlicht Jährliche Verbesserungen 2018–2020


IRZ, Heft 6, Juni 2020, S. 272

Der IASB hat am 14. Mai 2020 die endgültige Fassung der jährlichen Verbesserungen der IFRS im Zyklus 2018–2020 veröffentlicht. Davon betroffen sind insgesamt vier Standards, bei denen eng begrenzte Änderungen vorgenommen wurden, da der IASB den Prozess jährlicher Verbesserungen nutzt, um notwendige, aber nicht dringliche Änderungen an den IFRS vorzunehmen, die nicht Teil eines größeren Projekts sind.

Die Jährlichen Verbesserungen an den IFRS 2018–2020 führen zu direkten Änderungen an den folgenden Standards:

  • IFRS 1: Tochterunternehmen als Erstanwender
    Mit der Änderung wird einem Tochterunternehmen, das die Regelung des IFRS 1.D16(a) anwendet, gestattet, kumulierte Fremdwährungs-Umrechnungsdifferenzen mit den von seinem Mutterunternehmen ausgewiesenen Beträgen zu bewerten, die sich auf den Zeitpunkt des Übergangs des Mutterunternehmens auf die IFRS beziehen.
  • IFRS 9: Gebühren im „10%-Test“ in Bezug auf die Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten
    Die Änderung stellt klar, dass ein Unternehmen nur solche Gebühren, die zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden, beim sog. „10%-Test“ bei der Beurteilung zu berücksichtigen hat, ob eine finanzielle Verbindlichkeit ausgebucht werden soll.
  • IFRS 16: Leasinganreize
    Mit der Änderung wird die Darstellung der Erstattung von Mietereinbauten durch den Leasinggeber aus dem erläuternden Beispiel 13 zu IFRS 16 entfernt, um jede denkbare Irritation in Bezug auf die Behandlung von Leasinganreizen zu beseitigen.
  • IAS 41: Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
    Als Folge der Änderung wird die Vorschrift in IAS 41.22 gestrichen, nach der Unternehmen steuerliche Cashflows bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines biologischen Vermögenswertes unter Verwendung der Barwertmethode nicht berücksichtigen durften. Die Streichung war notwendig, um einen Konflikt mit den Vorschriften in IFRS 13 zu verhindern.

 

Die Änderungen an IFRS 1, IFRS 9 und IAS 41 treten erstmals verpflichtend für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, wobei eine frühere Anwendung möglich ist. Europäische IFRS-Anwender mit befreiendem IFRS-Konzernabschluss müssen jedoch zunächst das Endorsement durch die EU abwarten. Die Änderung an IFRS 16 betrifft lediglich ein erläuterndes Beispiel und benötigt folglich keinen Zeitpunkt des Inkrafttretens.

Sämtliche Veröffentlichungen können unter www.ifrs.org eingesehen werden.