Ergänzung des IAS 16 in Bezug auf vorgezogene Einnahmen


IRZ, Heft 6, Juni 2020, S. 272

Der IASB hat am 14. Mai 2020 einen endgültigen Ergänzungsstandard mit dem Titel „Sachanlagen — Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (Änderungen an IAS 16)“ herausgegeben. Dieser behandelt die Bilanzierung von Einnahmen, die aus der Veräußerung von Gütern entstehen, die bereits produziert werden, während eine Sachanlage noch an den Ort und in den Zustand gebracht wird, die notwendig sind, um diese in der von der Unternehmensführung beabsichtigten Weise zu nutzen, also vor Beginn des eigentlichen Nutzungs- und Abschreibungszeitraums.

Bisher war in IAS 16 nicht eindeutig geregelt, ob diese Einnahmen als Erlöse oder als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des entsprechenden Aggregats zu erfassen sind. Mit der veröffentlichten Standardergänzung wird nunmehr die Verrechnung mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten explizit verboten. Stattdessen hat das berichtende Unternehmen die Einnahmen aus derartigen Veräußerungen und die Kosten für die Produktion dieser Artikel erfolgswirksam im Betriebsergebnis in der Gesamtergebnisrechnung zu erfassen.

Die Änderungen sind erstmalig für Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist gestattet. Für Unternehmen, die einen befreienden IFRS-Konzernabschluss in der EU aufstellen, darf eine Anwendung jedoch erst nach dem Endorsement der Standardergänzung erfolgen.