Ergänzung der Regelungen zu belastenden Verträgen in IAS 37


IRZ, Heft 6, Juni 2020, S. 271

Der IASB hat am 14. Mai 2020 den Ergänzungsstandard „Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrages (Änderungen an IAS 37)“ veröffentlicht. Die Änderungen sollen den IFRS-Nutzern bei der Identifikation der Kosten helfen, die ein Unternehmen als Vertragserfüllungskosten zu berücksichtigen hat, wenn es beurteilt, ob ein Vertrag belastend ist.

Mit den eng begrenzten Änderungen an IAS 37 wird nunmehr festgelegt, dass als „Kosten der Vertragserfüllung“ nur diejenigen Kosten zu berücksichtigen sind, die sich direkt auf den Vertrag beziehen bzw. diesem unmittelbar zurechenbar sind. Andere Kosten, insbesondere solche, die sich nicht direkt auf den zu beurteilenden Vertrag beziehen, sind dagegen bei der Beurteilung, ob es sich um einen belastenden Vertrag handelt, nicht zu berücksichtigen.

Die Änderungen sind für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, erstmalig verpflichtend anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist gestattet, jedoch müssen Anwender in der EU, die einen befreienden IFRS-Konzernabschluss aufstellen, zunächst noch die Anerkennung der Neuregelungen im Rahmen des europäischen Komitologieverfahrens abwarten.