IASB veröffentlicht Diskussionspapier zur Verbesserung der Goodwill-Bilanzierung


IRZ, Heft 5, Mai 2020, S. 219

Am 19. März 2020 hat der IASB ein umfassendes Diskussionspapier DP/2020/1 „Unternehmenszusammenschlüsse – Angaben, Geschäfts- oder Firmenwert und Wertminderung“ veröffentlicht. Die Veröffentlichung ist das Ergebnis der Auswertung der Rückmeldungen aus dem IASB-Projekt zur Überprüfung von IFRS 3 und soll die Informationen für Abschlussadressaten zu Unternehmenszusammenschlüssen und der Folgebilanzierung daraus resultierender Goodwills verbessern. Deshalb werden nicht nur Änderungen und Ergänzungen an IFRS 3 zur Diskussion gestellt, sondern auch solche an IAS 36.

  1. Verbesserung der Angaben zu Akquisitionen: Der Board schlägt eine Ausweitung der Angabeverpflichtungen zu den strategischen Gründen einer Übernahme vor. Außerdem sollen konkrete Ziele der Übernahme und die Methoden zur Überwachung der Zielerreichung angegeben werden. In den Folgeperioden soll die tatsächliche Leistung im Vergleich zu den Zielen als Soll-Ist-Vergleich dargestellt werden.
  2. Verbesserung der Effektivität der Werthaltigkeitsprüfung: Der IASB ist der Ansicht, dass eine wesentliche Verbesserung der Effektivität der Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills zu vertretbaren Kosten nicht möglich, aber auch nicht erforderlich ist, da der derzeitige Impairment-Test bei sachgerechter Durchführung seine Aufgabe erfüllt.
  3. Verbesserung der Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten: Das Diskussionspapier befasst sich auch mit der Frage der Wiedereinführung einer planmäßigen Abschreibung auf Goodwills. Der IASB lehnt diese weiterhin ab, da sie willkürliche Elemente enthielte. Die Forderungen nach einer planmäßigen Abschreibung seien unverändert nicht konzeptionell begründet, sondern dienten vorrangig der Reduzierung ders Buchwerte von Goodwills und der Kostenersparnis der Unternehmen.
  4. Vereinfachung der Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten: Der Board regt an, den bisherigen verpflichtenden Impairment-Test für Goodwills nicht mehr verpflichtend, sondern nur noch anlassbezogen vornehmen zu lassen. Als weitere Vereinfachungen stellt der Board die Einbeziehung ungebundener Cashflows aus Restrukturierungen und Vermögenswertsteigerungen sowie die Möglichkeit der Verwendung von Nachsteuerwerten und Nachsteuerabzinsungssätzen bei der Berechnung zur Diskussion.
  5. Sonstige Themen/Änderung von IAS 38: Der IASB ist auch weiterhin der Meinung, dass identifizierbare immaterielle Vermögenswerte getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert anzusetzen sind. Eine Vereinfachung durch Einbeziehung solcher immaterieller Vermögenswerte in den Goodwill hält er für nicht sachgerecht. Deshalb sieht der Board derzeit auch keine Notwendigkeit, IAS 38 in dieser Hinsicht zu ändern oder zu ergänzen.

 

Nach Verlängerung der Frist zur Übersendung von Stellungnahmen zum Diskussionspapier sind diese bis zum 31. Dezember 2020 beim IASB einzureichen.