Abschließende Empfehlung der EFRAG zur Bewertung von Eigenkapitalinstru-menten


IRZ, Heft 3, März 2020, S. 120

Die Europäische Kommission hatte die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) im Jahr 2018 um Beratung in Bezug auf alternative Bilanzierungsmethoden bei der Bewertung von langfristigen Investitionen in Eigenkapitalinstrumente gebeten. Dieser Bitte ist EFRAG nachgekommen und hat am 31. Januar 2020 ihre endgültigen Empfehlungen vorgelegt.

Im Ergebnis fand EFRAG einerseits keine ausreichenden Hinweise, um festzustellen, ob die in IFRS 9 vorgesehene Nicht-Recycling-Behandlung von Eigenkapitalinstrumenten Auswirkungen auf das tatsächliche Verhalten von Anlegern hat. Gleichwohl ist andererseits festzustellen, dass die Begründung für die seinerzeitige Entscheidung des IASB, das Recycling in IFRS 9 zu verbieten, sich in dieser Form nicht im zwischenzeitlich überarbeiteten Rahmenkonzept wiederfindet. Daraus leitet EFRAG eine Empfehlung an die Europäische Kommission ab, dem IASB eine Überprüfung der Nicht-Recycling-Behandlung von Eigenkapitalinstrumenten in IFRS 9 vorzuschlagen und zu prüfen, ob das überarbeitete Rahmenkonzept ein Recycling der im sonstigen Gesamtergebnis kumulierten Gewinne und Verluste aus dem beizulegenden Zeitwert solcher Instrumente bei deren Realisierung rechtfertigen würde. Sollte dies der Fall sein, so empfiehlt EFRAG bei einer Wiedereinführung des Recyclings auch die Merkmale eines robusten Wertminderungsmodells mit einzubeziehen.

Eine Umsetzung der Empfehlungen von EFRAG durch die Europäische Kommission in Form einer Anfrage an den IASB ist bisher noch nicht erfolgt.