ESMA-Prüfungsschwerpunkte 2020


IRZ, Heft 11, November 2019, S. 467

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 22. Oktober 2019 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht. Die zusammen mit den europäischen nationalen Enforcern – wie der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) in Deutschland – identifizierten Themen der Finanzberichterstattung sollten kapitalmarktorientierte Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung ihrer IFRS-Abschlüsse für 2019 besonders berücksichtigen.

 

Diese für alle europäischen Enforcement-Institutionen geltenden Punkte werden in Deutschland ergänzt um voraussichtlich zwei weitere nationale Prüfungsschwerpunkte, welche die DPR demnächst veröffentlichen wird.

Die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte für die IFRS-Abschlüsse 2019 betreffen:

  1. Spezifische Aspekte aus der Anwendung des IFRS 16 Leasingverhältnisse angesichts der erforderlichen Ermessensausübung insbes. bei der Bestimmung der Laufzeit und des Zinssatzes.
  2. Follow-up von spezifischen Aspekten aus der Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente für Kreditinstitute und IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden für allgemeine Emittenten.
  3. Spezifische Aspekte aus der Anwendung von IAS 12 Ertragsteuern inkl. der Anwendung von IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung.

 

Darüber hinaus hebt ESMA die potenziell erheblichen Auswirkungen beim Übergang auf einen neuen Referenzzinssatz auf den IFRS-Abschluss hervor und betont die Wichtigkeit der rechtzeitigen Bereitstellung von diesbzgl. Anhangangaben. In diesem Zusammenhang verweist ESMA auch auf die neueste Verlautbarung des IASB zur IBOR-Reform.

Auch die informative und ausgewogene Lageberichterstattung steht weiterhin im Fokus, insbes. die Angabe nicht-finanzieller Informationen mit Schwerpunkt auf Umweltaspekte und Leistungsindikatoren, spezifische Aspekte der ESMA-Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen sowie Angaben zu den Auswirkungen des Brexit.

Schließlich erinnert die ESMA mit Verweis auf die von ihr veröffentlichten Anwendungshinweise an die Verpflichtung zur Erstellung von Jahresfinanzberichten in einem einheitlichen europäischen elektronischen Format (ESEF) ab dem 1. Januar 2020 (www.esma.europa.eu).