Ergebnisse der ESMA-Konsultation zu Kurzfristigkeit auf den Finanzmärkten


IRZ, Heft 10, Oktober 2019, S. 412

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hatte im Juli 2019 eine Konsultation eingeleitet, die Erkenntnisse über den potenziellen kurzfristigen Druck auf Unternehmen aus dem Finanzsektor liefern sollte.

Die im Rahmen der Konsultation verwendeten Fragebögen sollten zur Identifizierung potenzieller Ursachen für die kurzfristige Ausrichtung im Finanzsektor beitragen. Auf dieser Grundlage sollen Bereiche ermittelt werden, bei denen die bestehenden Regelungen zur Minderung der Kurzfristausrichtung beitragen können und solche, bei denen bestehende Regelungen diese Ausrichtung derzeit eher noch verstärken. In diesen Bereichen soll dann seitens ESMA auf eine Anpassung der Regelungen hingewirkt werden. Ein zentraler Punkt dabei waren die in Abschnitt IV des Fragebogens „Die Rolle des beizulegenden Zeitwerts bei der besseren Investitionsentscheidung“ enthaltenen Fragen hinsichtlich der Verwendung des beizulegenden Zeitwerts, insbesondere, ob und wie sich dieser Bewertungsansatz auf die Fähigkeit der Finanzberichterstattung auswirken kann, relevante und zuverlässige Informationen über Eigenkapitalinstrumente zu liefern, die für langfristige Investitionszwecke gehalten werden. Ziel von ESMA ist eine fundierte Einschätzung, wie sich die Bewertung zum und Angabe des beizulegenden Zeitwerts auf die Wahl eines kurz- oder langfristigen Horizonts auswirken kann.

Eine Auswertung der Fragebögen soll in den nächsten Wochen erfolgen. Bereits vorab hat ESMA jedoch die ausgefüllten Fragebogen auf ihrer Website (www.esma.org) zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt.