ESMA-Verlautbarung zu latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge


IRZ, Heft 9, September 2019, S. 361

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 15. Juli 2019 eine öffentliche Verlautbarung herausgegeben, mit der die einheitliche Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ unterstützt werden soll.

Die Verlautbarung befasst sich mit zwei Bereichen des IAS 12 im Zusammenhang mit der Aktivierung latenter Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge, die häufiger im Fokus europäischer Enforcement-Institutionen stehen: der in IAS 12.34 geforderten „Wahrscheinlichkeit“ und den in IAS 12.35 geforderten „überzeugenden substanziellen Hinweisen“, dass ein ausreichender zu versteuernder Gewinn für die Nutzung steuerlicher Verluste oder Steuergutschriften zur Verfügung stehen wird. Zu beiden Fragestellungen werden die jeweiligen Anforderungen aus Sicht der ESMA konkretisiert, zusätzlich wird auf die diesbezüglich erforderlichen Angaben im Anhang eingegangen.

Die Verlautbarung hat keinen unmittelbar autoritativen Charakter, verdeutlicht jedoch die Erwartungshaltung der ESMA bzw. der nationalen Durchsetzungsbehörden in Bezug auf den thematisierten Sachverhalt bei börsenorientierten Unternehmen (www.esma.europa.eu).