EU-Verordnung zur verpflichtenden Anwendung des ESEF-Berichtsformats


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2019, S. 292

Die Europäische Kommission hat am 29. Mai 2019 eine Verordnung veröffentlicht, nach der alle börsennotierten Unternehmen in der gesamten Europäischen Union verpflichtet sind, ihre Konzernabschlüsse ab dem 1. Januar 2020 digital als Inline-XBRL-Dokumente einzureichen (vgl. u.a. Zwirner/Lindmayr, IRZ 2019, 284). Diese Verpflichtung ist in den EU-Staaten unmittelbar geltendes Recht, da sie, im Gegensatz zu einer Richtlinie, nicht der Umsetzung durch die Mitgliedstaaten bedarf.

Das neu geschaffene europäische einheitliche elektronische Berichtsformat (European Single Electronic Format, ESEF) baut auf der von der IFRS-Stiftung veröffentlichten XBRL-Taxonomie auf und zielt darauf ab, die Zugänglichkeit von veröffentlichten Finanzdaten zu verbessern und die Informationen wesentlich benutzerfreundlicher zu gestalten. Die Einführung des ESEF soll auch die Verfügbarkeit wichtiger Finanzinformationen in allen Amtssprachen der EU erleichtern. Zur Unterstützung dieser neuen Vorschriften hat die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) ein ESEF-Berichtshandbuch und ESEF-Taxonomiedateien erstellt, um Unternehmen bei der Erstellung zu unterstützen. Die neuen Bestimmungen sollen jährlich aktualisiert werden, um mögliche Aktualisierungen der Taxonomie der IFRS zu berücksichtigen. Die IFRS-Stiftung nimmt in jährlichem Turnus solche Aktualisierungen vor, um die XBRL-Taxonomie zwischenzeitlichen Änderungen des IFRS-Regelwerks anzupassen.

Die Verordnung ist auf der Website des europäischen Amtsblatts (https://eur-lex.europa.eu/) verfügbar.