Vorschlag zur Ergänzung von IAS 12


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2019, S. 291

Der IASB hat am 17. Juli 2019 den Standard-Ergänzungsentwurf ED/2019/5 „Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen“ veröffentlicht. Er adressiert insbes. latente Steuern auf Leasingverhältnisse und Stilllegungspflichten, also solche Sachverhalte, bei denen gleichzeitig ein Vermögenswert und eine Schuld erfasst werden.

In der Bilanzierungspraxis existieren derzeit unterschiedliche Auffassungen, ob diese Fälle von der Erstanwendungsausnahme in IAS 12.15(b) und IAS 12.24 erfasst sind. Deshalb schlägt der IASB vor, dass eine zusätzliche Rückausnahme aus der Erstanwendungsausnahme eingefügt wird. Danach soll die Erstanwendungsausnahme nicht für Transaktionen gelten, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen entstehen, die zum Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern in gleicher Höhe führen. Hierzu soll ein neuer Abschnitt IAS 12.22A eingefügt werden, der die Rückausnahme vorschreibt und erläutert.

Außerdem soll eine Erleichterungsregelung hinsichtlich der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit gem. IAS 12.24 ergänzt werden, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Diese Erleichterung soll über eine entsprechende Ergänzung des IFRS 1 auch IFRS-Erstanwendern zur Verfügung stehen.

Die Stellungnahmefrist zu den vorgeschlagenen Änderungen läuft bis zum 14. November 2019.