IASB schlägt Änderungen an IFRS 3 vor


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2019, S. 290

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 30. Mai 2019 den Standardergänzungsentwurf ED/2019/3 mit dem Titel „Verweis auf das Rahmenkonzept (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 3)“ veröffentlicht. In ihm werden drei Änderungen an IFRS 3 vorgeschlagen, mit denen Verweise in IFRS 3 auf das neue IFRS-Rahmenkonzept 2018 aktualisiert werden sollen, ohne die Vorschriften im Standard materiell zu ändern.

Mit der Herausgabe des überarbeiteten und ergänzten Rahmenkonzepts zu den IFRS im März 2018 (siehe IRZ 2018, 216) wurden auch die meisten Verweise in den einzelnen Standards auf das Rahmenkonzept an diese neue Version angepasst. Allerdings wurde der Verweis in IFRS 3.11 von dieser Anpassung ausgenommen und bezieht sich somit immer noch auf das Rahmenkonzept 1989. Der Grund für die nicht vorgenommene Aktualisierung der Vorschrift war in der Tatsache begründet, dass sich die Definition von Vermögenswerten und Schulden im Rahmenkonzept 2018 von derjenigen im Rahmenkonzept 1989 unterscheidet. Dies hätte bei einer reinen Aktualisierung des Verweises dazu führen können, dass insbesondere bei bestimmten Rückstellungen unmittelbar nach dem Erwerb Gewinne oder Verluste hätten realisiert werden müssen (sog. „Day-2-Effekte“).

Um dies zu vermeiden, werden nun Änderungen an IFRS 3 vorgeschlagen, die zwar zu einer Referenzierung auf das aktuelle IFRS-Rahmenkonzept führen, gleichwohl aber materiell eine Fortführung der bisherigen bilanziellen Behandlung der betroffenen Schulden sicherstellen sollen. Im Einzelnen werden deshalb in ED/2019/3 folgende Änderungen bzw. Ergänzungen von IFRS 3 vorgeschlagen:

  • Aktualisierung des Verweises in IFRS 3.11 auf das Rahmenkonzept 2018 anstelle des alten Rahmenkonzepts;
  • Aufnahme einer Regelung, dass ein Erwerber bei Geschäftsvorfällen und anderen Ereignissen, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 fallen, diese Regelungen anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden hat, um die Schulden zu identifizieren, die er bei einem Unternehmenszusammenschluss übernommen hat; sowie
  • Ergänzung des Textes von IFRS 3 um eine klarstellende Aussage, dass Eventualforderungen, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurden, vom Erwerber nach IFRS 3 nicht angesetzt werden dürfen.

 

Im Ergebnis sollen diese drei Anpassungen dazu führen, dass die bisherige Praxis bei der Erwerbsbilanzierung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen materiell beibehalten wird, da diese auch im Rahmen der Überprüfung von IFRS 3 im Jahr 2015 als sachgerecht angesehen wurde. Der Entwurf geht daneben auch auf alternative Ansätze ein, die zwar vom IASB diskutiert, jedoch schlussendlich nicht umgesetzt wurden, sowie auf die Gründe des Board für diese Entscheidung.

Hinsichtlich des Zeitpunkts der erstmaligen verpflichtenden Anwendung der Regelungen wird in dem Entwurfsdokument noch keine Angabe gemacht. Der IASB will hierüber erst nach Auswertung des Rücklaufs von Stellungnahmen entscheiden. Er hat jedoch schon angekündigt, dass eine vorzeitige Anwendung zulässig sein soll, wenn gleichzeitig oder früher auch alle anderen aktualisierten Verweise (die zusammen mit dem aktualisierten Rahmenkonzept veröffentlicht wurden) angewendet werden.

Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen können dem IASB bis zum 27. September 2019 zugeleitet werden.