IDW-Entwürfe zu drei IFRS-16-Modulen in RS HFA 50


IRZ, Heft 1, Januar 2020, S. 19

Am 27. November 2019 hat der Fachausschuss für Unternehmensberichterstattung (FAB) des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) Entwürfe für drei weitere Module des Standards IDW RS HFA 50 mit Bezug zu IFRS 16 veröffentlicht.

Modul 1 beschäftigt sich mit der Bilanzierung von Nutzungsrechten im Rahmen von Erbbauverträgen nach deutschem Recht im Hinblick auf die Frage, ob dem Erbbauberechtigten tatsächlich nur ein Nutzungsrecht oder aber faktisch die Beherrschung an dem Grundstück übertragen wird. Der FAB kommt unter Berücksichtigung entsprechender Äußerungen des IASB zu dem Schluss, dass aufgrund der grundsätzlich zeitlich unbegrenzten Nutzungsmöglichkeit eines Grundstücks auch bei sehr langen Laufzeiten und auch unter Einbeziehung ggf. vorliegender Verlängerungsoptionen kein kaufähnlicher Übergang auf den Erbbauberechtigten erfolgt. Folglich sind Erbbaurechte als Nutzungsrechte im Anwendungsbereich des IFRS 16 einzustufen; eine Qualifikation als wirtschaftlicher Erwerb des Grundstücks scheidet aus.

Modul 2 thematisiert die Überlassung von Firmenwagen an Arbeitnehmer im Rahmen der Regelungen des IFRS 16. Diese Firmenwagen werden typischerweise von dem überlassenden Unternehmen von einem Leasingunternehmen geleast. Der FAB hat sich mit der Frage befasst, ob es sich bei der Nutzungsüberlassung an die Arbeitnehmer um ein Unterleasingverhältnis (sublease) im Verhältnis zum Hauptleasingverhältnis (headlease) handelt, oder ob die PKW-Überlassung als Arbeitnehmervergütung im Anwendungsbereich des IAS 19 zu beurteilen ist. Der FAB hält es diesbezüglich mangels expliziter Regelungen in IAS 19 und IFRS 16 für zulässig, die Überlassung des Firmenwagens ausschließlich nach IAS 19 und folglich nur das headlease nach IFRS 16 zu bilanzieren.

Modul 3 befasst sich mit der Bilanzierung von Mieterdarlehen aus Immobilienleasingverträgen bei Ein-Objekt-Immobiliengesellschaften, insbesondere aber mit der Frage, ob diese Mieterdarlehen als Restwertgarantie i.S.v. IFRS 16 anzusehen sind. Der FAB gelangt zu der Auffassung, dass ein Mieterdarlehen bei einer Ein-Objekt-Gesellschaft die Voraussetzungen einer Restwertgarantie erfüllt, da die Tilgung des Darlehens unmittelbar mit dem Restwert des Grundstücks zusammenhängt und die Gesellschaft neben der Immobilie über kein weiteres Vermögen verfügt. Die Beträge, die der Leasingnehmer im Rahmen der Restwertgarantie voraussichtlich tragen wird (also der Betrag, der wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden wird), sind als Teil der Leasingzahlungen bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit zu berücksichtigen.

Stellungnahmen zu den Modulentwürfen erbittet das IDW bis zum 3. Februar 2020 (www.idw.de).