Entwurf eines Standards zur allgemeinen Darstellung und zu Angaben


IRZ, Heft 1, Januar 2020, S. 18

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 17. Dezember 2019 den Entwurf eines neuen Standards ED/2019/7 „Allgemeine Darstellung und Angaben“ veröffentlicht. Der neue IFRS soll mit übergreifenden Regelungen zur Darstellung des IFRS-Abschlusses den bisherigen IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ vollständig ersetzen und verschiedene weitere Standards in Bezug auf Darstellungsfragen verändern (z.B. IAS 7 und IAS 8).

Bei der Neufassung dieses „Grundlagenstandards“ hat sich der Board auf vier Hauptbereiche konzentriert:

  1. Verbesserung der bisher sehr rudimentären Gliederungs- und Angabevorschriften im erfolgswirksamen Teil der Gesamtergebnisrechnung (Gewinn und Verlust) durch die Einführung von definierten Zwischensummen und Kategorien (operating, investing und financing). In diesem Zusammenhang soll zukünftig zwischen sog. „integralen“ und „nicht integralen“ assoziierten Unternehmen und Joint Ventures unterschieden und deren Ergebnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert im Betriebsergebnis (integrale Unternehmen) oder Finanzergebnis (nicht integrale Unternehmen) dargestellt werden.
  2. Aufnahme konkreter Vorschriften zur Verbesserung der Aggregation und Disaggregation, indem beispielsweise umfangreiche Vorgaben zur sachgerechten Auswahl des Umsatz- oder Gesamtkostenverfahrens bereitgestellt werden und eine Erläuterung ungewöhnlicher Erträge und Aufwendungen im Anhang gefordert wird.
  3. Vorgaben zur Verwendung und Erläuterung der von der Unternehmensleitung definierten Erfolgskennzahlen und zu damit verbundenen Angaben im Jahresabschluss. Bislang waren solche Kennzahlen nicht Gegenstand von IAS 1.
  4. Verbesserung der allgemeinen Vorschriften zur Kapitalflussrechnung (außerhalb von IAS 7) und Abstimmung mit denjenigen zur Gesamtergebnisrechnung.

 

Der IASB hat den Zeitpunkt des Inkrafttretens in dem Standardentwurf zunächst bewusst offengelassen und will diesen nach Erörterung der eingegangenen Stellungnahmen festlegen. Da die Neuregelungen grundlegender Natur sind, wurde vom Board eine lange Kommentierungsfrist bis zum 30. Juni 2020 festgelegt.