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Russland wegen Tötung zweier Hirten zu Schadensersatz verurteilt


Russ­land soll für die Tö­tung zwei­er Hir­ten im Kau­ka­sus eine Ent­schä­di­gung in Höhe von 120.000 Euro an deren Vater zah­len. Wie der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof für Men­schen­rech­te am 30.03.2021 mit­teil­te, war der Ein­satz töd­li­cher Ge­walt durch staat­li­che Kräf­te un­ge­recht­fer­tigt. Das Ge­richt mit Sitz in Straßburg be­fand, dass die bei­den in einer Spe­zi­al­ope­ra­ti­on von staat­li­chen Kräf­ten ge­tö­tet wor­den waren.

 

Gericht beanstandet Versäumnisse bei Ermittlungen

Die jungen Männer waren im August 2016 nach mehreren Terroranschlägen in der Region tot bei ihrem Dorf Goor-Chindach in der russischen Teilrepublik Dagestan aufgefunden worden. Das Gericht mahnte auch Versäumnisse bei den Ermittlungen an. Der Tatort sei nur oberflächlich untersucht, wichtige Elemente erst einen Tag später gefunden worden. Juristische Ermittlungen seien erst nach über einem Jahr aufgenommen worden, obwohl der Vater seine Vorwürfe immer wieder angebracht hatte. Ihm zufolge sollten seine Söhne als Mitglieder einer bewaffneten Organisation dargestellt und ihre Tötung als Durchgreifen nach den Terrorangriffen inszeniert werden (Urt. v. 30.03.2021 - 78019/17).


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