Marktrisikoprämie und Betafaktor


 

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf bestätigt eine Marktrisikoprämie in Höhe von fünf Prozent, sofern der Betafaktor insgesamt – unter Abwägung aller Gesamtumstände – angemessen nivelliert wird. Die endgültige Festlegung der Marktrisikoprämie hat stets unter zusätzlicher Beachtung allgemeiner Plausibilitätserwägungen, der Rechtsprechung und der Empfehlungen einschlägiger Berufsverbände zu erfolgen.

 

Praxis-Info!

 

 

Abb.: Zusammensetzung des Kapitalisierungszinssatzes

 

 

Das OLG Düsseldorf hat entschieden, dass bei der Ermittlung einer Barabfindung eine Marktrisikoprämie von fünf Prozent vor Steuern angemessen ist, sofern der Betafaktor entsprechend angepasst wird.

Die Marktrisikoprämie und der Betafaktor repräsentieren nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) bei der Ermittlung von Kapitalkosten für Zwecke der (Unternehmens-)Bewertung zusammen den Risikozuschlag, den ein Investor aufgrund einer Investition in risikobehaftete Anlagen zusätzlich zum risikolosen Basiszinssatz als Rendite fordert. Während die Marktrisikoprämie das allgemeine Marktrisiko widerspiegelt, werden im Betafaktor die unternehmensspezifischen (systematischen) Risiken erfasst.

Die Bestimmung der Marktrisikoprämie innerhalb der Unternehmensbewertung ist in Praxis und Wissenschaft immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen. Eine allgemein anerkannte auf wissenschaftlich fundierten Methoden beruhende Marktrisikoprämie existiert bislang nicht.

Das OLG Düsseldorf bringt mit seinem Beschluss zum Ausdruck, dass die Höhe der Marktrisikoprämie auch von der Höhe des unternehmensspezifischen Betafaktors abhängt, mithin beide Parameter beim konkreten Bewertungsfall zusammen zu betrachten sind.

WP/StB Prof. Dr. Christian Zwirner,
Dr. Kleeberg & Partner GmbH WPG StBG, München (www.kleeberg.de)

 

 

BC 10/2019