Neue Pauschbeträge für Auslandsdienstreisen und -geschäftsreisen ab 1.1.2010


BMF-Schreiben vom 17.12.2009, IV C 5 – S 2353/08/10006

Bei Reisen vom Inland in das Ausland bestimmt sich der anzuwendende Pauschbetrag nach dem Ort, den der Steuerpflichtige vor 24 Uhr Ortszeit erreicht hat. Bei eintägigen Reisen bzw. bei Rückreisen aus dem Ausland in das Inland bestimmt sich der Pauschbetrag nach dem letzten Tätigkeitsort im Ausland.

 

Praxishinweise:

  • Die Pauschbeträge sind nur im Rahmen der Reisekostenerstattung durch den Arbeitgeber anwendbar. Erfolgt hingegen ein Abzug der Reisekosten als Werbungskosten, sind die tatsächlichen Reisekosten anzusetzen.
  • Liegen die tatsächlichen Reisekosten über den Pauschbeträgen, stellt die Erstattung der tatsächlichen Reisekosten durch den Arbeitgeber einen zu versteuernden Lohnbestandteil dar, und zwar in Höhe der Differenz zwischen
    – den tatsächlichen Kosten und
    – dem Pauschbetrag.
    Der Arbeitgeber hat jedoch die Möglichkeit, die auf diese Differenz anfallende Einkommensteuer (inklusive eventuell anfallender Sozialversicherungsbeiträge) selbst zu tragen.
  • Liegt bei Rückreisetagen vom Ausland in das Inland der vor 24 Uhr erreichte Ort im Inland, wird der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsorts im Ausland anerkannt. Für das Auslandsübernachtungsgeld ist der Ort der Unterkunft maßgebend.
  • Bei Übernachtungen im Ausland dürfen die Übernachtungskosten ohne Einzelnachweis der tatsächlichen Aufwendungen mit Pauschbeträgen (Übernachtungsgelder) steuerfrei erstattet werden (R 9.11 Abs. 2 Satz 2 LStR). Wird bei einer Übernachtung des Arbeitnehmers im Ausland durch Zahlungsbelege nur ein Gesamtpreis für Übernachtung und Frühstück nachgewiesen, ist der Betrag zur Ermittlung der steuerfrei ersetzbaren Übernachtungskosten um 20% des für den ausländischen Ort maßgebenden vollen Pauschbetrags für Verpflegungsmehraufwendungen zu kürzen (R 9.11 Abs. 1 Satz 4 LStR). Da allerdings bei Übernachtungen im Ausland in den meisten Fällen in den Übernachtungskosten kein Frühstück enthalten ist, reicht ein entsprechender handschriftlicher Vermerk des Dienstreisenden auf der Hotelrechnung aus, um von einer Kürzung abzusehen (vgl. BMF-Schreiben vom 5.1.2001, IV C 5 – S 2353 – 165/00).

 

Die neuen Pauschbeträge sind aus der Tabelle (pdf-Datei – hier) zu entnehmen, wobei Änderungen gegenüber den aktuellen Werten für das Jahr 2009 durch Fettdruck gekennzeichnet sind.

 

Christian Thurow, Dipl.-Betriebswirt (BA), Manager Internal Audit/Operational Risk Assurance Manager, Frankfurt (E-Mail: )

 

BRZ 1/2010