Mahlzeitengewährung an Arbeitnehmer ab 2009


BMF-Schreiben vom 12.12.2008, IV C 5 – S 2334/08/10005

Mahlzeiten, die arbeitstäglich unentgeltlich oder verbilligt an die Arbeitnehmer abgegeben werden, sind mit dem anteiligen amtlichen Sachbezugswert nach der Verordnung über die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Zuwendungen des Arbeitgebers als Arbeitsentgelt (Sozialversicherungsentgeltverordnung – SvEV) zu bewerten. Dasselbe gilt für Mahlzeiten zur üblichen Beköstigung anlässlich oder während einer Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung.

Die Sachbezugswerte ab Kalenderjahr 2009 sind durch die Erste Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung vom 18.11.2008 (BGBl. I, S. 2220) festgesetzt worden. Hiernach beträgt der Wert für Mahlzeiten, die ab Kalenderjahr 2009 gewährt werden,

  • für ein Mittag- oder Abendessen 2,73 €,
  • für ein Frühstück 1,53 €.

Im Übrigen wird auf R 8.1 Abs. 7 und 8 LStR 2008 hingewiesen.

 

Praxis-Info!

Der Sachbezugswert gilt bei Abgabe einer unentgeltlichen oder verbilligten Mahlzeit (einschließlich der üblichen Getränke) unabhängig davon, ob der Arbeitgeber selbst eine Kantine betreibt bzw. verpachtet oder ob er an eine Gaststätte oder vergleichbare Einrichtung Barzuschüsse oder andere Leistungen zur Verbilligung der Mahlzeiten erbringt. Der steuerpflichtige Sachbezug ist somit unabhängig vom Ort der Essenseinnahme (Betriebskantine oder Gaststätte) und der Art der Zuzahlung (Essensmarken oder Barzuschuss) durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer selbst sowie der Höhe der tatsächlichen Aufwendungen des Arbeitgebers gegeben, sofern folgende Voraussetzung vorliegt: Der eigene finanzielle Beitrag des Arbeitnehmers zur Mahlzeit unterschreitet den anteiligen amtlichen Sachbezugswert.

Für diese Sachbezugswerte wird eine Pauschalsteuer von 25% erhoben, die dem Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil anzurechnen ist (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG); Sozialabgaben werden nicht erhoben. Ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil fällt nicht an, wenn der Arbeitnehmer eine Zuzahlung in Höhe des Sachbezugswerts leistet. In der Praxis sind zwei Varianten denkbar:

  • Bei Gewährung unentgeltlicher Mahlzeiten gehört stets der amtliche Sachbezugswert zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.
  • Werden Mahlzeiten verbilligt abgegeben, so gehört nur der Differenzbetrag zwischen den Zuzahlungen des Arbeitnehmers und dem amtlichen Sachbezugswert zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

 

Praxishinweise:

  • Die Anforderungen an die Arbeitgeber-Veranlassung bei der Mahlzeitenabgabe durch Dritte sind durch R 8.1 Abs. 8 Nr. 2 LStR herabgesetzt worden: Danach reicht es aus, wenn der Arbeitgeber einer externen Einrichtung den Auftrag zur organisatorischen Durchführung der auswärtigen Verköstigung erteilt.
  • Seit dem Veranlagungszeitraum 1998 werden Essensmarken nicht mehr generell als Sachbezug mit dem amtlichen Sachbezugswert erfasst, falls die Kantine nicht vom Arbeitgeber selbst betrieben wird. Übersteigt der (Verrechnungs-)Wert der Essensmarke den amtlichen Sachbezugswert um mehr als 3,10 € (im Veranlagungszeitraum 2009 > 5,83 €), ist dieser Wert als Einnahme anzusetzen.
  • Übersteigt der Wert der Mahlzeit (einschließlich Getränke) den Betrag von 40 € (inkl. USt), ist sie mit ihrem tatsächlichen Wert als Arbeitslohn anzusetzen. Ggf. kann allerdings die „44-€-Freigrenze“ für Sachbezüge in Anspruch genommen werden, da es sich bei der Mahlzeitengestellung um einen Sachbezug handelt (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG).
  • Zahlt der Arbeitgeber Barzuschüsse nicht an ein anderes Unternehmen, das arbeitstäglich – nicht nur gelegentlich! – Mahlzeiten an Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt abgibt, sondern an den Arbeitnehmer, können diese nicht (nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG) pauschaliert werden.

 

[Anm. d. Red.]  

BRZ 1/2009