44 €-Freigrenze bei Überlassung eines Job-Tickets


Finanzbehörde Hamburg, Erlass vom 5.8.2008, 52 – S 2334 – 057/06

Bei Gewährung eines Job-Tickets liegt ein Sachbezug nur dann vor, wenn der Arbeitgeber das Job-Ticket vom Verkehrsunternehmen erwirbt und verbilligt an seine Arbeitnehmer abgibt. Diese Verbilligung bleibt im Ergebnis steuerfrei, wenn sie – ggf. unter Einbeziehung weiterer zu berücksichtigender Sachbezüge (z.B. Warengutscheine) – monatlich 44 € nicht überschreitet.

 

Praxis-Info!

Problemstellung

In einigen Bundesländern hat es in den Medien (u.a. Tagespresse) sowie im Internet missverständliche Äußerungen zur Inanspruchnahme der 44-€-Freigrenze im Zusammenhang mit Job-Tickets gegeben. Hierdurch konnte der Eindruck entstehen, die 44-€-Freigrenze für Sachbezüge könne auch bei Barzuschüssen des Arbeitgebers in Zusammenhang mit Job-Tickets angewendet werden.

 

Lösung

Auch in Zusammenhang mit der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung von Job-Tickets kann die 44-€-Freigrenze nur bei einem Sachbezug – und gerade nicht bei einem Barzuschuss – angewendet werden. Dabei handelt es sich nicht um einen Sachbezug sondern um Bararbeitslohn, wenn der Arbeitgeber einen Fahrgeldzuschuss unmittelbar an den Arbeitnehmer leistet (vgl. auch das nachfolgende Beispiel 3). Voraussetzung für einen Sachbezug aus steuerrechtlicher Sicht ist u.a.: Der Arbeitgeber ist Vertragspartner des Verkehrsunternehmens.

 

Praxisbeispiele:

Beispiel 1: Der Arbeitgeber schließt für 20 seiner Arbeitnehmer über einen Vertriebspartner des Verkehrsunternehmens ein Großkundenabonnement ab. Nach den Tarifbestimmungen ist der Arbeitgeber verpflichtet, zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn eine Beteiligung am tariflichen Fahrgeld von monatlich 10,23 € je Arbeitnehmer zu leisten. Der verbleibende Betrag wird vom Nettoarbeitslohn der Arbeitnehmer einbehalten, der Gesamtbetrag an den Vertriebspartner abgeführt.

Der geldwerte Vorteil von 10,23 € aus der verbilligten Abgabe des Job-Tickets bleibt steuerfrei, sofern folgende Voraussetzung erfüllt wird: Die Arbeitnehmer erhalten keine weiteren Sachbezüge, die insgesamt die 44-€-Freigrenze überschreiten.

 

Beispiel 2: Der Arbeitgeber erwirbt für einen Arbeitnehmer eine Monatskarte und behält einen gegenüber dem Kaufpreis verminderten Betrag vom Nettoarbeitslohn ein.

Auch in diesem Fall bleibt der geldwerte Vorteil aus der verbilligten Überlassung der Monatskarte steuerfrei, wenn er – ggf. mit anderen begünstigten Sachbezügen – nicht mehr als 44 € beträgt.

 

Beispiel 3: Ein Arbeitnehmer hat mit einem Verkehrsunternehmen ein Monatskarten-Abonnement abgeschlossen. Der Arbeitgeber zahlt ihm hierfür einen monatlichen Zuschuss.

Bei diesem handelt es sich um Bararbeitslohn, auf den die 44-€-Freigrenze nicht anwendbar ist, er ist deshalb voll steuerpflichtig.

 

Dipl.-Finanzwirt Jürgen Plenker

BC 9/2008