Zusammenfassende Meldungen (ZM): ab 1.1.2013 authentifizierte Übermittlung


Mitteilung des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt) vom 30.11.2012

 

Zusammenfassende Meldungen müssen ab dem 1.1.2013 authentifiziert übermittelt werden.

Eine nicht authentifizierte Übermittlung von Zusammenfassenden Meldungen über den Formularserver der Bundesfinanzverwaltung ist nach dem 31.12.2012 nicht mehr zulässig.

Zusammenfassende Meldungen können dann nur noch über das ElsterOnline-Portal oder das BZStOnline-Portal mit einer entsprechenden Authentifizierung übermittelt werden.

Diese Änderung ergibt sich aus § 6 Abs. 1 StDÜV (Steuerdaten-Übermittlungsverordnung) in der ab 1.1.2013 geltenden Fassung in Verbindung mit § 150 Abs. 6 AO.

 

 

Bitte beachten!

Aufgrund der zu erwartenden großen Zahl von Registrierungen in den Online-Portalen müssen Sie mit sehr langen Bearbeitungszeiten rechnen.

Bitte registrieren Sie sich rechtzeitig in dem Ihren Anforderungen entsprechenden Portal!

Informationen zu den Verfahren finden Sie auf der Themenseite „Elektronische Abgabe“.

 

 

Praxis-Info!

Auch die elektronische Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen ist ab dem 1.1.2013 nur noch mit Authentifizierung möglich. Langer weist deshalb darauf hin, die Beantragung des Zertifikats durch Registrierung im ElsterOnline-Portal könne bis zu zwei Wochen dauern, weshalb diese umgehend erfolgen sollte.

 

 

Hinweise zur Registrierung

Eine Registrierung über BZStOnline ist nur möglich, wenn vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eine BZSt-Nr. erteilt und darüber hinaus eine Kennnummer (Umsatzsteuervergütung), Zulassungsnummer (Sammelantragsverfahren), ZM-RegistrierungsID (Zusammenfassende Meldung) beantragt und zugeteilt wurde.

Sollte das Unternehmen bereits eine Registrierung am ElsterOnline-Portal durchgeführt haben und über ein ELSTER-Zertifikat verfügen, so lässt sich dieses ebenfalls zum Login am BZStOnline-Portal nutzen. In diesem Fall stehen aber nur die Online-Formulare „Zusammenfassende Meldung (ZM)“ und „Meldung nach der EU-Zinsrichtlinie (EUZI)“ zur Verfügung. Die Identifikation wurde in diesem Fall von der örtlichen Finanzverwaltung vorgenommen.

Bevor man sich für ein bestimmtes Verfahren zur elektronischen Abgabe der ZM entscheidet, ist zu prüfen, ob und welches Datenformat vom System/Programm erzeugt werden kann. In der Regel eignet sich das Dateiformat „CSV“ (englisch „Comma-separated values“); es beschreibt den Aufbau einer Textdatei zur Speicherung oder zum Austausch einfach strukturierter Daten.

Für die elektronische Abgabe der ZM stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Online-Formular
  2. Übertragung von Massendaten.

Das Online-Formular kann für die Übertragung einer ZM für ein Unternehmen mit bis zu 1.000 Meldezeilen für den jeweiligen Meldezeitraum genutzt werden.

Unter Übertragung von Massendaten ist eine ZM-Datenlieferung zu verstehen, wenn

– Zusammenfassende Meldungen mit mehr als 1.000 Meldezeilen, und/oder

– Zusammenfassende Meldungen für mehrere Unternehmen, und/oder

– Zusammenfassende Meldungen für mehrere Meldezeiträume

in einer Datenlieferung elektronisch an das BZSt übermittelt werden sollen.

Zielgruppe sind z.B. Rechenzentren, Großkunden oder datenverarbeitende Unternehmen.

 

 

Zu den Inhalten der ZM

Seit 1.7.2010 sind die Zusammenfassenden Meldungen (ZM) bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und Dreiecksgeschäften in der Regel am 25. Tag nach Ablauf jeden Kalendermonats abzugeben (bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungen am 25. Tag nach Ablauf des Quartals).

Neben den Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen haben Unternehmen – unabhängig von der Wertgrenze – auch die Zusammenfassende Meldung (ZM) abzugeben; dies gilt nicht für Kleinunternehmer (keine Überschreitung der Umsatzgrenzen des § 19 Abs. 1 Satz 1 UStG – im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 € und im laufenden Kalenderjahr 50.000 €). Dabei sind Angaben über die innergemeinschaftlichen Lieferungen und Warenbewegungen zu machen (§ 18a UStG). Grund: Ein Nachweis der Steuerfreiheit durch die Bestätigung der Grenzzollstelle kann nicht mehr erbracht werden.

Zu Kontrollzwecken muss die ZM enthalten:

  • gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) jedes Erwerbers (letzten Abnehmers bei Dreiecksgeschäften): Die ausländischen USt-IdNrn. werden auf Vollständigkeit und Schlüssigkeit (Plausibilität) geprüft. Ist dies nicht der Fall, erhält der Unternehmer eine automatisierte Benachrichtigung. Darüber hinaus werden zu festen Terminen die plausiblen, ausländischen USt-IdNrn. vierteljährlich mit dem Datenbestand in den anderen EU-Mitgliedstaaten abgeglichen.
  • Summe der Bemessungsgrundlagen (in Euro) der an den Erwerber (letzten Abnehmer bei Dreiecksgeschäften) ausgeführten innergemeinschaftlichen Warenlieferungen. Änderungen der Bemessungsgrundlage (z.B. Skonti, Boni) sind in dem Meldezeitraum, in dem sie eingetreten sind, unter entsprechender Anwendung des § 17 UStG zu berücksichtigen.

Nicht in der ZM angegeben werden müssen derzeit Erwerbsvorgänge (Warenbezüge) und die übrigen sonstigen Leistungen aus anderen EU-Mitgliedstaaten; für die aus anderen EU-Staaten bezogenen sonstigen Leistungen gibt es allerdings seit 1.1.2010 in der Umsatzsteuer-Voranmeldung ein separates Feld (Kennziffer 46/Zeile 48).

 

 

Praxishinweis:

In der ZM einzutragen sind allerdings sonstige Leistungen, die in andere EU-Staaten ausgeführt worden sind (§ 18a Abs. 7 Satz 1 Nr. 3 UStG). Hinsichtlich der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers für sonstige Leistungen muss somit der leistende Unternehmer diese Umsätze in einer ZM (§ 18a Abs. 2 UStG) in dem jeweiligen Meldezeitraum anmelden. Die Steuer entsteht bereits mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die sonstige Leistung (Dienstleistung) tatsächlich ausgeführt worden ist.

Gemeint sind Leistungen (z.B. Wartung, Transport), bei denen

  • sich ab 1.1.2010 der Leistungsort nach dem Sitz oder der Betriebsstätte des Leistungsempfängers richtet (Bestimmungslandprinzip), wenn die Leistung tatsächlich an diese ausgeführt wird,
  • der Leistungsempfänger Unternehmer oder eine juristische Person ist, der eine USt-IdNr. erteilt worden ist, und
  • dieser die Steuer für diese Leistung im EU-Mitgliedstaat schuldet, in dem er ansässig ist.

Einen ausführlichen Praxisleitfaden zur ZM ab 1.7.2010 hat Steuerberater Braun in BC 2010, S. 266 ff. (Heft 6), zusammengestellt.

  

[Anm. d. Red.]  

 

 

BC 1/2013