Senkung des Beitragssatzes zum Pensionssicherungsverein: Bilanzierungshinweise


Pressemitteilung des Pensionssicherungs-Vereins VVaG (PSV) vom 5.11.2010

Der Pensionssicherungs-Verein, Köln, der im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers die Betriebsrenten weiterzahlt, hat seinen Beitragssatz für das Jahr 2010 auf 1,9 Promille (Vorjahr: 14,2 Promille) festgesetzt. Damit muss die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich weniger für die Pensionssicherung insolventer Unternehmen aufbringen als im Vorjahr.

Der Beitragssatz wird bezogen auf die von den Arbeitgebern bis 30.9.2010 gemeldete Beitragsbemessungsgrundlage. Dabei handelt es sich um die abgesicherten Rückstellungen für Betriebsrenten in den Bilanzen der Mitgliedsunternehmen, die 288 Mrd. € betragen. Insgesamt müssen die Mitgliedsunternehmen in diesem Jahr somit rd. 547 Mio. € (im Vorjahr rd. 4 Mrd. €) zahlen.

Damit hat sich die bereits zur Jahresmitte festgestellte Entspannung bei der Insolvenzentwicklung gegenüber dem Vorjahr verstärkt fortgesetzt, insbesondere auch deshalb, weil kein außerordentlicher Großschaden zu verzeichnen ist. Mit dem jetzt für das Jahr 2010 festgesetzten Beitragssatz, der auch deutlich unter dem durchschnittlichen Beitragssatz von 3,2 Promille liegt, hat die Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung durch den PSV die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise bewältigt und ist wieder in der Normalität angelangt.

 

Praxis-Info!

Demnach ist der Beitragssatz des Pensionssicherungs-Vereins in 2010 wieder nahezu auf dem Niveau von 2008 (damals 1,8 Promille) angelangt. Die erhebliche Erhöhung auf 14,2 Promille im Jahr 2009 wurde dahingehend abgemildert, einen Teil des erforderlichen Beitrags auf die folgenden vier Jahre zu verteilen (Glättungsregel). Folge: 8,2 Promille-Punkte – bezogen auf die „Rückstellungen für Betriebsrenten“ in den jeweiligen Jahresabschlüssen – waren Ende 2009 fällig. Jeweils 1,5 Promille-Punkte werden an den Jahresenden 2010 bis 2013 fällig.

Da es sich bei der Glättungsregel um eine reine Fälligkeitsabrede handelt, hat der Hauptfachausschuss des Instituts der Wirtschaftsprüfer (HFA) folgende Auffassung (mit Mitteilung vom 27.11.2009) vertreten: Der Beitrag für das Geschäftsjahr 2009 sollte handelsbilanziell in voller Höhe (also inklusive des Teils des Beitrags für die Geschäftsjahre 2010 bis 2013) zum 31.12.2009 passiviert werden.

 

Weitere Praxishinweise:

  • Zusammen mit der Glättungsverteilung aus dem Vorjahr von 1,5 Promille ergibt sich somit für das Jahr 2010 ein wirksamer Beitragssatz von insgesamt 3,4 Promille.
  • Bereits erhobene Insolvenzsicherungsbeiträge sind Betriebsausgaben.
  • Die vom Pensionssicherungs-Verein (PSV) im Umlageverfahren erhobenen, aber noch nicht entrichteten Beiträge sind als sonstige Verbindlichkeiten zu passivieren. Für PSV-Beiträge aufgrund künftig eintretender Insolvenzen können keine Rückstellungen gebildet werden.
  • Weitere Vertiefungshinweise geben Weber/Markgraf hier.
[Anm. d. Red.] 
 
 
BC 12/2010