Heft 8-2026
Die Zukunftsquote: Ein Kompass gegen den Egoismus der Gegenwart
Friedrich Heinemann
Management von Cyberrisiken mittels Cyberversicherung
Thomas Hartung
Cyberrisiken gelten aus Unternehmenssicht als eine der „gefährlichsten“ Risikoarten. Cybervorfälle führen in etlichen Fällen nicht nur zu Schäden in der eigenen unmittelbaren Unternehmenssphäre, sondern weiten sich auf Dritte aus mit daraus folgenden Haftungsansprüchen. Entsprechend wird dem Management von Cyberrisiken verstärkt Augenmerk zuteil, nicht nur in Großunternehmen, sondern zunehmend auch bei KMU und Kleinstunternehmen. Ein Instrument zur Bewältigung der finanziellen Folgen von Cybervorfällen stellt die Cyberversicherung dar. Ursprünglich mit massiven Wachstumsprognosen versehen, sind zwischenzeitlich Fragen zur Versicherbarkeit von Cyberrisiken und damit zusammenhängende Bewertungsfragen wieder deutlich stärker in den Vordergrund gerückt.
Informelles Lernen bei hybrider Zusammenarbeit
Leitplanken zur Vereinbarkeit von Arbeiten und Lernen
Felix Mynarek
Lernen in dynamischen Arbeitswelten bei hybrider Zusammenarbeit bedeutet, sich sowohl auf Neues einzulassen als auch Vertrautes loszulassen – emotional und kognitiv. Die Kombination von Arbeiten im Firmenbüro und im Homeoffice stellt Mitarbeitende und Führungskräfte vor komplexe Herausforderungen – bei unveränderten Leistungserwartungen. Lernen muss dabei im Arbeitsprozess selbst erfolgen, um agil und lösungsorientiert auf Veränderungen reagieren zu können.
Europäische Haushaltsüberwachung und öffentliche Finanzen in Deutschland
Der finanzpolitisch-strukturelle Plan als neues Steuerungsinstrument
Oliver Holtemöller
Der Beitrag erläutert die Reform des EU-Fiskalrahmens 2024 und den Übergang zu einem mittelfristigen Nettoausgabenpfad als zentrales Steuerungsinstrument. Am Beispiel des deutschen finanzpolitisch-strukturellen Plans werden Funktionsweise, Spielräume und Grenzen des neuen Regelwerks analysiert. Projektionen zeigen erheblichen Konsolidierungsbedarf in Deutschland. Die langfristige Tragfähigkeit der Staatsfinanzen erfordert eine dauerhafte Verbesserung des strukturellen Primärsaldos.
Egalitäre Lösungskonzepte der kooperativen Spieltheorie
Tobias Hiller
In den vergangenen Jahren wurden in der kooperativen Spieltheorie punktwertige Lösungskonzepte entwickelt, die neben marginalen Beiträgen der Spieler zu Teilmengen der Spielermenge auch egalitäre Aspekte bei der Berechnung der Spieler-Auszahlung berücksichtigen. Der Beitrag stellt die wichtigsten egalitären Konzepte vor und verweist jeweils auf zentrale Literaturquellen, die einen Einstieg in eine vertiefte Auseinandersetzung ermöglichen. Der Beitrag beginnt mit der Darstellung der grundlegenden Begriffe der kooperativen Spieltheorie sowie des Shapley-Lösungskonzepts als Referenz.
Die aktuelle Grafik: Auslandsinvestitionen: Kapital folgt der Digitalisierung
Standpunkte: Generative KI im Realitätscheck
Zwischen Potenzialen, Grenzen und Zielkonflikten
Enrico Schötz
Dieser Kommentar ordnet die aktuellen Entwicklungen im Bereich generativer KI ein und beleuchtet Fragestellungen, die bislang nur selten im Fokus des KI-Diskurses standen. Erörtert werden indirekte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, der Zielkonflikt zwischen Energiebedarf und Klimazielen, Problematiken bei der Adaption in Unternehmen sowie Implikationen unterschiedlicher Anbieterprofile.
Gesetze, Effekte, Theoreme: Diversifikation in der Behavioral Finance
Zur Risikodiversifikation in der Prospect Theory
Andrea Graf und Matija Mayer-Fiedrich
In der Investitionstheorie treffen analytisch hergeleitete Handlungsempfehlungen auf unbewusste Entscheidungsfindung. Der vorliegende Beitrag rückt den Diversifikationsgedanken bei risikobehafteten Investments in den Mittelpunkt und zeigt auf, dass dieser nicht nur in der Neoklassik begründet werden kann, sondern auch durch Bias in der Behavioral Finance.
Das aktuelle Stichwort: Von der Differenzierung zur Regulierung von FinTechs, TechFins, Big-/SuperTechs und SIFT(ech)s
Anja Rößger und Andreas Horsch
Financial Technologies (FinTechs) prägen die Finanzmärkte ihrer Zeit bereits seit mehreren Dekaden. In den letzten Jahren haben sich daneben TechFins sowie Big-/SuperTechs als neue Kategorie von Finanzdienstleistern etabliert. Angesichts der staatlichen Regulierung traditioneller Finanzdienstleister stellt sich die generelle Frage, ob und wie diese neuen Anbieter reguliert werden sollten, insbesondere angesichts ihrer Exponiertheit gegenüber Cybersicherheits- und Technologierisiken.
Das aktuelle Stichwort: ChatGPT als Finanzanalyst?
Michael G. Schmitt und Michael von Thaden
Künstliche Intelligenz (KI) ist bereits ein Megatrend, auch in der Finanzwelt. Dennoch weist sie immer noch einige Mängel auf. Die Probleme der Erklärbarkeit und Halluzinationen sind noch nicht gelöst und könnten noch länger bestehen bleiben.
Informationen für Studium und Beruf: Der digitale Detektiv: Wie Statistik helfen kann, Kassenbetrügern auf die Schliche zu kommen
Eine praxisrelevante Anwendung im Rahmen der Betriebsprüfung
Marcel Steinborn
Die Aufdeckung von Steuerhinterziehung in manipulationsanfälligen Kassendaten ist eine große Herausforderung. Dieser Artikel stellt den Chi-Quadrat-Anpassungstest als statistisches Prüfverfahren vor, mit dessen Hilfe Auffälligkeiten in Kassendaten identifiziert werden können. Die Methode legt den Grundstein für die Risikobewertung und macht Steuerprüfungen effizienter. Der Artikel erörtert die theoretischen Grundlagen, den rechtlichen Rahmen, detaillierte Anwendungsbeispiele und methodische Einschränkungen dieses praxisrelevanten Ansatzes.
WiSt-Fallstudie: Preise und Quoten als Prognoseinstrumente – Mythos oder Methode?
Teil 2: Lösungsvorschläge
Sascha Wilkens
Märkte bündeln verteiltes Wissen und Erwartungen in Preisen. Für Unternehmen und Volkswirtschaft ist dies hochrelevant, da sich damit Entscheidungen fundierter treffen lassen. Die Fallstudie nimmt sich dreier Beispiele aus den Bereichen Politik, Sport und Finanzen an und untersucht, inwieweit aus Quoten und Preisen implizite Wahrscheinlichkeiten für Prognosezwecke gewonnen und – wo sinnvoll – mit einfachen Gütemaßen überprüft werden können. Ein zentraler Bestandteil ist die sachgerechte Interpretation dieser Signale: Die zugrunde liegenden Annahmen sowie mögliche Grenzen und Fehlerquellen verdienen ein besonderes Augenmerk. Den Hintergrund und die Aufgabenstellungen finden Sie im vorherigen WiSt-Heft, Nr. 7 (2026).