Beim Handel mit Staatsanleihen sprachen sich Unicredit, UBS und andere Banken in der Finanzkrise über Preise ab. Das könnte sie teuer zu stehen kommen - auch wenn das letzte Wort nicht gesprochen ist.
Im Rechtsstreit um illegale Absprachen beim Handel mit Staatsanleihen haben sich Unicredit, UBS und die japanische Bank Nomura vergebens gegen eine Millionenstrafe gewehrt. Die Europäische Kommission hatte die Banken zu der Geldbuße verdonnert, weil sich ihre Händler zwischen 2007 und 2011 mit anderen Banken an einem Kartell für europäische Staatsanleihen beteiligt hatten.
Das EuG bestätigte das in seinem Urteil, setzte jedoch die Strafen für Nomura und Unicredit leicht herunter (Urteil vom 26.03.2025 - T-441/21 u.a.). Es hielt fest, dass die Trader dieser Banken zusammenarbeiteten und Informationen austauschten, um Wettbewerbsvorteile bei der Emission und der Platzierung von European Government Bonds oder dem Handel mit ihnen zu erlangen. Das habe sich auf den gesamten Markt des Europäischen Wirtschaftsraums ausgewirkt.
Am teuersten wird es für die Schweizer UBS: Ihre Strafe von gut 172 Millionen Euro bleibt unvermindert bestehen. Die Geldbußen von Nomura und Unicredit betragen nunmehr knapp 126 und 65 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Unicredit verdiente im vergangenen Jahr über neun Milliarden Euro. Die Banken können gegen das Urteil noch Rechtsmittel einlegen.
Insgesamt beteiligten sich sieben Geldhäuser an dem Kartell, darunter auch die Bank of America. Weil die anderen Banken als Kronzeugen auftraten, ihre Strafen verjährten oder sie keinen Umsatz hatten, entgingen sie jedoch der Geldbuße (Urteil vom 26.03.2025 - T-441/21).
Aus der Datenbank beck-online
EU-Kommission: Millionen-Geldbußen für Staatsanleihen-Kartell von Investmentbanken, BB 2021, 1282