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Neue ChatGPT-Version vorgestellt

Christian Thurow

 

Mitte Mai 2024 (in der KW 20) hat das Unternehmen OpenAI eine neue Version des bekannten KI-Modells ChatGPT vorgestellt. ChatGPT 4o soll doppelt so schnell sein wie seine Vorgänger und eine fünfmal bessere Leistung in Bereichen wie Textverarbeitung und Sprachfunktionen bieten, so der Hersteller.


 

Praxis-Info!

Neben der erhöhten Leistungsfähigkeit soll ChatGPT 4o Audio, Bild und Text in Echtzeit verarbeiten können. Benutzer können zukünftig Sprachbefehle an ChatGPT geben; ein aufwendiges Tippen von Arbeitsanweisungen entfällt. Gleichzeitig kann ChatGPT auch sprachlich antworten, wobei der Anwender sich die Stimme (z.B. männlich oder weiblich, Stimmlage etc.) selbst aussuchen kann. In Kürze werden somit verbale Diskussionen mit der KI möglich werden.

Die verbesserte Bilderkennung soll es ermöglichen, Screenshots direkt in ChatGPT zu kopieren und von der KI kommentieren zu lassen. Die neue KI-Version soll auch in der Lage sein, Emotionen zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Obwohl die Neuerungen einen weiteren Meilenstein in der KI-Entwicklung darstellen, sollten Praktiker die damit verbundenen Risiken im Auge behalten:

  • Spracheingabeassistent: Gerade beim Einsatz im Großraumbüro nimmt ChatGPT unter Umständen nicht nur die Worte des Nutzers, sondern auch die des Sitznachbarn wahr. Hier ist darauf zu achten, dass im Umfeld der Sprachnutzung keine vertraulichen Gespräche stattfinden.
  • Sprachfunktion: Die Stimme der Sprachausgabe lässt sich individuell anpassen. Hier besteht das Risiko, dass eine Stimme zu betrügerischen Zwecken missbraucht wird. Schon bislang gab es Fälle, in denen eine mittels KI erzeugte „Chefstimme“ Mitarbeiter telefonisch zur Vornahme einer Überweisung aufgefordert hat. Auch die Anweisung, einen Anhang in einer E-Mail zu öffnen, könnte von Betrügern ausgenutzt werden. Die neue ChatGPT-Version bietet hier also einiges an Missbrauchspotenzial.
  • Fälschungen: Mittels Bilderkennung lassen sich pdf-Dokumente recht einfach „ändern“ und dann erneut in ein pdf-Format umwandeln.

Die vorgenannten Risiken bestehen bereits seit Jahren bei verschiedenen Anwendungen. Durch die Verbreitung von ChatGPT werden die hierzu benötigten Schadwerkzeuge nunmehr jedoch quasi jedem Nutzer zur Verfügung gestellt, was unter Umständen zu einem signifikanten Anstieg von Betrugsfällen führen könnte.

 

Christian Thurow, Dipl.-Betriebsw. (BA), Senior Business Audit Manager, London (E-Mail: c.thurow@thurow.co.uk)

 

 

BC 6/2024

BC20240609

 

 

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