Sabine Schmitt-Hennig

Monsch, Bring Your Own Device (BYOD)


Christine Monsch, Bring Your Own Device (BYOD), Berlin (Duncker & Humblot) 2017, ISBN 978-3-428-15016-8, € 74,90

ZD-Aktuell 2017, 04264   Was mittlerweile Standard in amerikanischen Unternehmen ist, hält auch immer stärker Einzug in die deutsche Arbeitswelt: „BYOD - Bring Your Own Device“. Das Geschäftliche verschmilzt immer mehr mit dem Privaten und viele Beschäftigte möchten ihre privaten elektronischen Endgeräte auch in ihrer beruflichen Umgebung nutzen. Was so einfach und pragmatisch klingt und von vielen ohne jede fixierte Regelung umgesetzt wird, birgt aus rechtlicher Sicht viele Unklarheiten hinsichtlich der tatsächlichen Rechte und Pflichten. Es beginnt schon damit, dass aus der Begrifflichkeit der BYOD nicht erkennbar ist, dass es unterschiedliche Ausgestaltungen von BYOD gibt – mit auch eklatant unterschiedlichen Auswirkungen auf die „Do‘s and Don’t‘s“ hinsichtlich des Einsatzes im Arbeits- und Privatumfeld. Was ist reine Arbeitszeit und wann fängt die private Nutzung an, wenn ich nur ein Gerät nutze? Wie ist es zu vereinbaren, dass Betriebsgeheimnisse, aber auch die Privatsphäre hinreichend geschützt werden, wenn ein und dasselbe Endgerät benutzt wird? Wer ist für die Wartung und die IT-Sicherheit bei BYOD-Geräten zuständig? Was ist bei Beschädigung oder Verlust des Geräts – wer haftet letztendlich? Sollte ich eine separate Vereinbarung mit meinem Arbeitgeber treffen und wenn ja, was habe ich zu beachten?

Diese zentralen Grundsatzfragen erörtert die Autorin in ihrem Werk „Bring Your Own Device (BYOD): Rechtsfragen der dienstlichen Nutzung arbeitnehmereigener mobiler Endgeräte im Unternehmen“. Nach einem klaren Umriss der allgemeinen Problemstellung erklärt Monsch die grundlegenden verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten von BYOD – immer im direkten Bezug zur arbeitsrechtlichen Bedeutung für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Sie gibt klare Hilfestellung zur Klärung, was als Arbeitszeit und was als private Nutzung im Rahmen von BYOD bei der jeweiligen Anwendungsform zu verstehen ist und welcher Form der Ausgestaltung der Vorzug zu geben ist. Im Weiteren wird darauf eingegangen, wie sich die haftungsrechtliche Situation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den jeweiligen Anwendungskonstellationen darstellt. Auch der wichtigen Frage des Kostenersatzes widmet sich Monsch mit einem eigenen Kapitel. Die betriebsverfassungsrechtlichen Beteiligungsrechte des Betriebsrats werden ebenso beleuchtet wie lizenz- und urheberrechtliche Aspekte.

Zu jeder aufkommenden Fallproblematik bezieht die Autorin Stellung und stellt, soweit möglich, den aktuellen Meinungsstand dar. Der Leser erhält gute und fundierte Hilfestellungen, wie er in der Praxis mit BYOD umgehen kann. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenfassung der wichtigsten Thesen zu BYOD gegen Ende des Werks, was einen kurzen und pointierten Überblick zu den wichtigsten Regelungen ermöglicht. Am Schluss stellt Monsch zur Orientierungshilfe ein Muster einer Nutzungsvereinbarung für den optionalen BYOD-Einsatz zur Verfügung.

Das als Dissertation der Autorin geschriebene Werk gibt einen fundierten und sehr gut strukturierten Überblick über die rechtlich komplexe Situation, wenn „Bring Your Own Device“ zum Einsatz kommen soll. Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden bei der Lektüre gleichsam viele Hilfestellungen, auf was konkret bei einer ersten rechtlichen Vorabschätzung und späteren bilateralen Regelung zu achten ist. Die Autorin stellt die einzelnen möglichen Fallkonstellationen präzise dar und berücksichtigt im Besonderen die arbeitsrechtliche Rechtsprechung. Andere Aspekte, wie z.B. BYOD hinsichtlich des Telekommunikations- und Datenschutzrechts sowie andere mögliche Berührungspunkte wie z.B. mit dem Straf- und Steuerrecht werden ebenfalls miteinbezogen.

Die Arbeit ist eine rundum gelungene Lektüre und sollte in keinem Unternehmensbereich fehlen, der sich mit der Gestattung und künftigen Gestaltung einer BYOD-Regelung befasst.

 

Sabine Schmitt-Hennig ist Rechtsanwältin in München und betreut Unternehmen als externe Datenschutzbeauftragte.