IASB veröffentlicht finale Änderungen an IFRS 2


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2016, S. 309

Der IASB hat am 20. Juni 2016 einen finalen Änderungsstandard zu IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen veröffentlicht. Die darin enthaltenen, vorwiegend klarstellenden Änderungen in Bezug auf die Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung beziehen sich auf verschiedene beim IASB und IFRS IC eingereichte Fragestellungen, die der IASB in einem einzigen Projekt mit begrenztem Umfang abgehandelt hat.

Im Einzelnen beziehen sich die Klarstellungen und Änderungen auf folgende Themenbereiche:

  1. Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen (Dienstbedingungen, Marktbedingungen und andere Leistungsbedingungen) im Rahmen der Bewertung anteilsbasierter Vergütungen mit Barausgleich: Nach den neu eingefügten Leitlinien sind Marktbedingungen und Nicht-Ausübungsbedingungen im beizulegenden Zeitwert zu berücksichtigen, während Dienstbedingungen und andere Leistungsbedingungen im Mengengerüst zu berücksichtigen sind. Die Regelungen folgen damit dem gleichen Ansatz wie bei der Bilanzierung von in Eigenkapitaltiteln erfüllten Vergütungen.
  2. Klassifizierung anteilsbasierter Vergütungen, die mit Steuereinbehalt erfüllt werden: Vermindert ein Unternehmen die ansonsten zu liefernde Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten aufgrund einer Verpflichtung zum Einbehalt und zur Abführung von Steuern für den Mitarbeiter und ist dieser Nettoausgleich im Vertrag vorgesehen, so ist die Vergütung in Gänze – trotz der teilweisen Zahlung flüssiger Mittel – wie eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu bilanzieren.
  3. Bilanzierung von Modifizierungen von anteilsbasierten Vergütungstransaktionen von erfüllt in bar zu erfüllt in Eigenkapitaltiteln: Ausbuchung der ursprünglich für die in bar erfüllte Vergütung angesetzten Schuld und Erfassung der Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zum – zeitanteiligen – Zeitwert im Zeitpunkt der Änderung als Eigenkapitalerhöhung. Etwaige Differenzen sind unmittelbar erfolgswirksam zu berücksichtigen.

Die Änderungen sind auf Vergütungen, die in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, gewährt bzw. geändert werden, anzuwenden. Eine rückwirkende Anwendung ist nur ohne Verwendung späterer besserer Erkenntnisse und nur einheitlich für alle beschriebenen Änderungen möglich.