Materielle Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen


IRZ, Heft 6, Juni 2015, S. 231

Am 5. Mai 2015 hat die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex die nachfolgenden drei materiellen Änderungen des Kodex, die v.a. die weiter zunehmende Bedeutung der Rolle des Aufsichtsrats unterstreichen, beschlossen und am 11. Mai 2015 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben:

  • Der Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft soll unternehmensspezifisch eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zu diesem Gremium festlegen.
  • Der Aufsichtsrat soll sich für seine Vorschläge zur Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung bei dem jeweiligen Kandidaten vergewissern, dass er den zu erwartenden Zeitaufwand aufbringen kann.
  • Im Bericht des Aufsichtsrats soll künftig vermerkt werden, wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats in einem Geschäftsjahr nur an der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen er angehört, oder weniger teilgenommen hat.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Kodexpflege eine Reihe von Streichungen und Präzisierungen, insbesondere zur besseren Lesbarkeit und weiteren Verschlankung, vorgenommen.

Neben den genannten Änderungen wurden entsprechend dem Auftrag an die Kommission die am 1. Mai 2015 in Kraft getretenen neuen gesetzlichen Bestimmungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in den Kodex aufgenommen.

In die abschließende Beratung eingeflossen sind dabei die Erkenntnisse aus mehr als 60 Stellungnahmen, die zu den am 25. Februar 2015 vorgestellten Änderungsvorschlägen im Rahmen eines Konsultationsverfahrens von Kodexanwendern, Wissenschaft und Beratern aus dem In- und Ausland abgegeben wurden.

Die neuen Empfehlungen gelten ab ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Die vorläufige Version des Deutschen Corporate Governance Kodex kann auf der Internetseite der Regierungskommission (www.dcgk.de) heruntergeladen werden.