DPR veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2014


IRZ, Heft 3, März 2015, S. 97

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) hat am 28. Januar 2015 ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2014 vorgelegt. Darin fasst die deutsche Enforcement-Institution ihre Aktivitäten im abgelaufenen Jahr zusammen. Bei den dabei im Mittelpunkt stehenden durchgeführten Prüfverfahren hat die Prüfstelle inzwischen eine Stabilisierung der Fehlerquote auf niedrigem Niveau bei den geprüften börsenorientierten Unternehmen festgestellt.

Die DPR hat im Jahr 2014 insgesamt 104 Prüfungen abgeschlossen (Vorjahr: 110). Bei 13 Verfahren wurde eine fehlerhafte Rechnungslegung festgestellt. Damit lag die Fehlerquote mit 13 % nochmals leicht unter dem Niveau des Vorjahres von 14 %.

Die Gesamtzahl der Prüfungen im Jahr 2014 zeigt folgende Struktur: 99 der 104 abgeschlossenen Prüfungen waren Stichprobenprüfungen. Daneben wurden drei Anlassprüfungen abgeschlossen, davon eine bezogen auf den Halbjahresfinanzbericht. Ferner wurden zwei Prüfungen auf Verlangen der BaFin abgeschlossen, davon bezog sich eine auf den Halbjahresfinanzbericht.

Bei den im Jahr 2014 abgeschlossenen 13 Verfahren mit einer fehlerhaften Rechnungslegung liegen pro Unternehmen durchschnittlich ca. drei Einzelfehler vor. Die festgestellten Fehler lassen sich nach wie vor einerseits auf Umfang und Anwendungsschwierigkeiten bei einzelnen IFRS bei der Abbildung komplexer Geschäftsvorfälle sowie andererseits auf eine unzureichende Berichterstattung im Anhang und Lagebericht zurückführen.

Anwendungsschwierigkeiten bei einzelnen IFRS traten insbesondere bei folgenden Themen auf:

 

  • Der Bereich Unternehmenserwerb und -verkauf/Goodwill war zum einen durch Fehler bei der Abgrenzung der Anschaffungskosten für den Unternehmenserwerb zu Vergütungen für Arbeitsleistungen der im Unternehmen weiterbeschäftigten Gesellschafter-Geschäftsführer und zum anderen durch Schwächen bei der Durchführung des Goodwill-Impairment-Tests gekennzeichnet (insgesamt vier Einzelfehler).
  • Daneben war die Bilanzierung von Finanzinstrumenten ein Bereich, der auch im Jahr 2014 fehleranfällig war. Hier wurden insgesamt fünf Einzelfehler im Hinblick auf die Bewertung von Finanzinstrumenten festgestellt.
  • Vier Einzelfehler wurden in Bezug auf die Ertragsrealisierung festgestellt, wobei in nahezu allen Fällen der Zeitpunkt der Realisation nicht richtig bestimmt wurde. Hier sind von der Einführung des IFRS 15 eindeutigere Regelungen zu erwarten.
  • Ebenfalls vier Fehlerfeststellungen betrafen die Bilanzierung von Vorräten, obwohl dies ein Bereich ist, von dem keine hohe Fehleranfälligkeit zu erwarten ist.

 

Die Fehler im Anhang betrafen Angaben im Rahmen von Unternehmenserwerben und -verkauf/Goodwill-Impairment-Test, Angaben in Bezug auf Finanzinstrumente sowie z.B. unzureichende bzw. fehlende Angaben zu nahestehenden Unternehmen oder Personen. Schließlich bezogen sich drei Einzelfehler auf die Berichterstattung im Lagebericht. In Zusammenhang mit der Berichterstattung nach DRS 20 gab es darüber hinaus mehrfach Hinweise insbesondere bezüglich der Risikoberichterstattung.

Eine Nachschau für 2013 zeigte ferner, dass aufgedeckte Fehler im nachfolgenden Abschluss korrigiert und Hinweise der DPR für die zukünftige Rechnungslegung von den Unternehmen umgesetzt wurden.

Schwerpunkt der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit der ESMA (European Securities and Markets Authority) war im Jahr 2014 die Mitwirkung der DPR und der BaFin in der Arbeitsgruppe zur Erstellung einheitlicher Leitlinien für ein europäisches Enforcement.

Der vollständige Tätigkeitsbericht der DPR, der auch auf präventive Maßnahmen und die Prüfungsschwerpunkte für das Jahr 2015 eingeht, steht auf der Internetseite der DPR (www.frep.info) zum Download bereit.