IASB veröffentlicht Änderungen an IAS 1 im Rahmen der Angabeninitiative


IRZ, Heft 2, Februar 2015, S. 58

Als erstes konkretes Zwischenergebnis seiner sog. Angabeninitiative hat der IASB am 18. Dezember 2014 den Ergänzungsstandard „Angabeninitiative (Änderungen an IAS 1)“ herausgegeben. Die Änderungen zielen darauf ab, Hürden zu beseitigen, die Ersteller in Bezug auf die Ausübung von Ermessen bei der Darstellung des Abschlusses wahrnehmen.

Der IASB hat 2013 in Ergänzung seiner Arbeiten im Rahmen des Projekts zum Rahmenkonzept eine Initiative zu Angaben in sein Arbeitsprogramm aufgenommen. Die Initiative setzt sich aus einer Reihe kleinerer Projekte zusammen, mit denen eine Verbesserung und Vereinfachung der Ausweis- und Angabevorschriften in bestehenden Standards erreicht werden soll. Zu diesen Projekten gehörte auch ein Projekt mit begrenztem Umfang zu IAS 1, das die Sicherstellung der Ermessensausübung der Abschlussersteller gewährleisten soll. Ein solches Projekt erschien notwendig, da die Formulierungen im Zusammenhang mit einigen Vorschriften in IAS 1 in einigen Fällen so interpretiert wurden, dass sie das Ausüben von Ermessen verhinderten. Der nun vorliegende Ergänzungsstandard zu IAS 1 enthält folgende Änderungen bzw. Klarstellungen:

 

Wesentlichkeit: Mit den Änderungen wird klargestellt:

(1) Informationen sollten nicht durch Aggregation verschleiert werden,

(2) Wesentlichkeitserwägungen sind auf alle Bestandteile des Abschlusses anzuwenden, und

(3) die Wesentlichkeit ist selbst dann zu berücksichtigen, wenn in einem Standard eine bestimmte Angabe vorgeschrieben wird.

 

Darstellung der Vermögens- und Ertragslage:

(1)   Die Auflistung der Ausweiszeilen in den Abschlussbestandteilen kann aus Gründen der Relevanz aufgegliedert oder zusammengefasst werden; der IASB erlässt zusätzliche Leitlinien in Bezug auf Zwischensummen in diesen Abschlussbestandteilen;

(2)   zudem sollte der Anteil eines Unternehmens am sonstigen Gesamtergebnis von assoziierten Unternehmen oder Joint Ventures, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, aggregiert als einzelne Ausweiszeilen auf der Grundlage davon, ob sie später in der Gewinn- und Verlustrechnung recycelt werden, ausgewiesen werden.

 

Angaben: Es werden zusätzliche Beispiele für mögliche Reihenfolgen der Angaben aufgenommen, um klarzustellen, dass die Verständlichkeit und die Vergleichbarkeit berücksichtigt werden sollten, wenn die Reihenfolge der Angaben bestimmt wird, und die Angaben nicht in der Reihenfolge zu erfolgen haben, die derzeit in IAS 1.114 gezeigt wird. Der IASB hat außerdem Vorschriften und Beispiele in Bezug auf die Nennung der bedeutenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gestrichen, die als potenziell wenig hilfreich wahrgenommen wurden.

Die Änderungen treten für Berichtperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine frühere Anwendung ist – vorbehaltlich der noch ausstehenden Übernahme in der EU – zulässig. Die erstmalige Anwendung der Änderung muss nicht gesondert angegeben werden.