Von Marc Diederichs

Risikocontrolling: Prozessorientierte Risikoberichte am Beispiel des Beschaffungsbereichs


Gefahren für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens, z.B. auf Grund von Preisverfall auf den Verkaufsmärkten oder abnehmender Kapazitätsauslastung, sollen rechtzeitig erkannt werden, um Schäden zu vermeiden und den Geschäftsbetrieb sichern zu können. Wie das Controlling hierbei konkret vorzugehen hat, wird am Beispiel der Beschaffungsprozesse (z.B. Lieferantenauswahl) aufgezeigt.

Zur Aufdeckung von Risiken im Unternehmen (z.B. Liquiditätsengpässe, sinkender Auftragsbestand) werden häufig die Bereiche Finanzen, Kunden, Lieferanten, Gesetzgeber und Personal als Beobachtungsobjekte herangezogen. Um jedoch Risiken im Einzelnen und zudem frühzeitig lokalisieren sowie gezielte Gegensteuerungsmaßnahmen ergreifen zu können, empfiehlt sich für die Controllingpraxis die kontinuierliche Durchleuchtung der betrieblichen Prozesse (z.B. Qualitätsprüfung) und externen Unternehmensprozesse (z.B. Marktentwicklung, Umweltauflagen).

Alle risikorelevanten Informationen zu den einzelnen Prozessen (im Absatzbereich z.B. Aufnahme von Bestelldaten, Fakturierung, Reklamationen) sollten detailliert und lückenlos in Risikoberichten dokumentiert werden. Es sind u.a. zu erfassen:


  • Risikoausprägung,

  • Eintrittswahrscheinlichkeiten/Schadenausmaß,

  • Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge,

  • Verantwortliche,

  • Steuerungsinstrumente (Maßnahmen),

  • Frühwarnindikatoren (Risikokennzahlen).


Wie ein Risikobericht der Prozessschritte innerhalb der Beschaffung beispielhaft aufgebaut werden kann, zeigt die folgende Übersicht hier.


Als Wesentlichkeitsgrenze für eine Bestandsgefährdung lassen sich z.B. Kosten-, Deckungsbeitrags- oder Umsatzgrößen heranziehen. Meldegrenzen können beispielsweise sein


  • Umsatzerlöse: 400 T Euro,

  • Kosten: 200 T Euro,

  • Deckungsbeitrag: 50 T Euro,

  • Jahresüberschuss: 10 %.


Wie und mit welchen Werkzeugen das Workflow-Controlling in der Praxis das Risikomanagement und -controlling zielgerichtet unterstützt, lesen Sie in der PRINT-AUSGABE BC 4/2002 im Beitrag „Umsetzung eines prozessorientierten Risikocontrolling am Beispiel des Beschaffungsprozesses“ auf Seite 85 ff.


 DER AUTOR

Dipl.-Kfm. Marc Diederichs ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling der Universität Dortmund und Berater bei der CIC GmbH & Co. KG in Dortmund.


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