BiBu 6/1996: Titelthema: Controlling


20. Jahrgang; Seiten 121-144; Juni 1996
TITELTHEMA
Controlling


KOSTENRECHNUNG/
CONTROLLING
Prof. Dr. Rolf Hofmann
Finanz- und Rechnungswesen – eine wichtige Informationsquelle für das Controlling S. 121

Prof. Reinhold E. Eichholz
Marketing-Controlling als Resultat der Synthese markt- und ergebnisorientierter Unternehmensführung S. 125


EDV/ORGANISATON
Martin Duchscherer und
Dr. Gabriele Schäfer

EDV-gestütztes Controlling im Mittelstand S. 130


INVESTITION/
FINANZIERUNG
Manfred Ertl
Anwendung des Finanzcontrolling im Unternehmen S. 133


PERSPEKTIVEN
Dieter A. Wortmann
Zukunftsqualifikation S.138


BVBB-NACHRICHTEN S.141


Impressum S. XIII

Controller – Navigator und Pastor

Auswertungen von Stellenangeboten zum Controller zeigen, daß beim Controller-Anforderungsprofil neben fachlichen Qualitäten auch ein besonderes Augenmerk auf Persönlichkeits- und Verhaltenseigenschaften gelegt wird.
Die Sachkompetenz eines Controllers ist mit der eines oder vergleichbar. Das , damit es seinen (sprich: Gewinnmargen) erreicht und nicht (im übertragenen Sinn: Vermeidung von Gewinneinbrüchen), erfordert insbesondere . Der Controller ist daher mehr als ein Registrator, denn seine Funktionen führen über das buchhalterische Verwalten und Aufbereiten von Unternehmensdaten hinaus, indem er beispielsweise Erlös- und Kostenpläne erstellt oder Frühwarnsysteme aufbaut. Mit Soll-Ist-Vergleichen (z.B. bei der Ertragsentwicklung) sollen frühzeitig Abweichungen vom geplanten Wert () festgestellt werden, um rechtzeitig Gegensteuerungsmaßnahmen ergreifen zu können. Regelmäßiges Errechnen von Kennzahlen (z.B. Umsatzrendite) sowie Vorschläge zur Kursänderung an die Geschäftsleitung () erfolgen im Rahmen des Berichtswesens. Die Zielorientierung des korrespondiert mit der Ergebnisorientierung des Controllers.
Die Fachgewichtung beim soeben fertiggestellten Rahmenstoffplan für die Weiterbildung zum (siehe in dieser Ausgabe S.138) macht deutlich, daß Persönlichkeitseigenschaften wie soziale Kompetenz, Wissen überzeugend zu kommunizieren, Sprachgewandtheit in Wort und Schrift sowie Kooperationsbereitschaft eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Bewältigung von Controllingaufgaben spielen. Insofern gibt es Analogien zum Beruf des bzw. . Wie der seine Gemeinde kennen muß, um individuell auf seine Mitglieder zu- und eingehen zu können, so sollte der Controller den jeweiligen Bedürfnissen von Management und Mitarbeitern im Unternehmen gerecht werden. Gleich dem Seelsorger, der bei Zweifelsfragen und persönlichen Problemen Auswege aufzeigt oder Rat erteilt, hat der Controller das Management zu unterstützen und Lösungsansätze bei Zielkonflikten zu entwickeln. Als <ökonomisches Gewissen> im Unternehmen wird sich der Controller bemühen, beispielsweise Kostensenkungsmaßnahmen überzeugend zu vertreten. Standfestigkeit und Vertrauenswürdigkeit sind daher wichtige Berufseigenschaften.
Abschließend sei noch relativiert, daß selbstverständlich auch Fachkompetenz zur Bewältigung ihres Auftrags benötigen, und auch der Beruf des erfordert soziale Fähigkeiten – aber mit unterschiedlicher Gewichtung.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der Juli-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Kundenforderungen – bilanzrechtlich und betriebswirtschaftlich;
  • Service-Controlling;
  • Forderungsmanagement per EDV;
  • Finanzielle Führung von Kunden;
  • Outsourcing des Debitorenmanagement;
  • Inkasso.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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