BC 10/1998: Titelthema: Internet und EDV


22. Jahrgang; Seiten 217-240; Oktober 1998
Titelthema
Internet und EDV

Buchführung / Rechnungslegung / Jahresabschluß
Prof. Dr. Wolfgang Kessler
Bilanzierung von Web-Dokumenten S. 217

EDV/Organisation
Ulrich Werner
Internet und Controlling am Beispiel der ‹Spider-Man Web Applikation› der Hyperion-Software S. 221

Dr. Gabriele Schäfer und Martin Duchscherer
Electronic Banking – automatisches Verbuchen von Kontoauszügen am Beispiel verschiedener Softwarelösungen S. 225

Steuerrecht
Jörg Zimmermann und Christian Rech
Ertragsteuerliche Probleme des Electronic Commerce S. 229

Wirtschaftsrecht
Timm Hitzfeld
Rechtsfragen zum Internet S. 232

Perspektiven
Udo Binias
Unternehmensgründungen: Wege in die Selbständigkeit, Chancen für Innovationen S. 236

Rezension S. 235

BVBC-Nachrichten S. 237

Impressum S. XV

Internet-Boom und Sicherheitslecks

Im letzten halben Jahr ist die Zahl der Internet-Teilnehmer in Deutschland um 33 Prozent auf über 12 Mio. gestiegen, so daß derzeit fast 20 Prozent der Deutschen das Internet nutzen (vgl. u.a. F.A.Z. vom 21.9.1998).

Privatkunden kaufen zunehmend auf dem ‹globalen Marktplatz› ein; besonders gefragt sind Bücher, Software, Kleidung, CDs, Haushaltswaren und Sportartikel. Bei den Dienstleistungsangeboten entfällt der größte Teil auf das Homebanking, während Reise- oder Hotelbuchungen sowie Versicherungen bislang nur in geringem Umfang genutzt werden.

Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die in der Oktober-Ausgabe 1998 der Zeitschrift «Finanztest» bekanntgegeben worden ist, weist das Internet-Banking jedoch noch erhebliche Sicherheitsmängel auf. Denn bei 62 (einem Drittel) von rund 150 Banken und Sparkassen liege der ‹elektronische Schlüssel› für den Internet-Kontozugang unter den Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Unzureichend codierte Nachrichten lassen sich leichter entschlüsseln und manipulieren. Es ist daher darauf zu achten, ob Banken den Sicherheitsstandard HBCI (Homebanking Computer Interface) einsetzen. Der Standard soll nach einem Beschluß des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) ab diesem Monat für Online-Geschäfte Pflicht werden und dürfte sich bis zum Jahresende durchgesetzt haben.

Der größte Teil der elektronischen Umsätze wird allerdings nicht von Privatkunden erbracht. Beherrscht wird das Internet von über 70 Prozent der Geschäftsbeziehungen, die direkt zwischen Unternehmen abgewickelt werden. Schätzungen gehen davon aus, daß letztere bis zum Jahr 2001 einen Anteil von 88 Prozent am gesamten Electronic Commerce haben werden.

Vor diesem Hintergrund befürchten Fachleute, daß das jetzige System der Namensgebung schon bald zusammenbrechen könnte. Ab diesem Monat wird daher ein internationales, mit 15 Experten besetztes Gremium über die Neuregelung der Namensvergabe für die Internet-Teilnahme beraten. Die technische Verwaltung von Namen und Adressen soll – entsprechend einer international getragenen Initiative – künftig einer privatwirtschaftlich organisierten Regulierungsstelle (IANA – Internet Adressing and Naming Authority) übertragen werden.

Derzeit haben rund 15 Prozent der Klein- und mittelständischen Unternehmen einen Internet-Anschluß. Bis Anfang nächsten Jahres sollen es bereits 30 Prozent sein. Und mit der Euro-Einführung ist eine noch stürmischere Entwicklung im Internet zu erwarten. Späteinsteiger ins elektronische Business könnte daher bald das reale Geschäftsleben ‹bestrafen›.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-November-Ausgabe 1998:

  • Effiziente Inventurverfahren und Vereinfachung der Vorratsbewertung;
  • Drohverlustrückstellungen;
  • IDW Rechnungslegungsstandard zum Lagebericht;
  • Bilanzänderung/Bilanzberichtigung;
  • Drohende Verjährung zum Jahresschluß.


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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