BC 4/1998: Titelthema: Datenverarbeitung im Finanz- und Rechnungswesen


22. Jahrgang; Seiten 73-96; April 1998
Titelthema
Datenverarbeitung im Finanz- und Rechnungswesen

Buchführung / Rechnungslegung / Jahresabschluß
Herbert Klein und Philipp Turowski
Aktivierung und Abschreibung von Hard- und Software aus der Sicht des Erwerbers S. 73

EDV/Organisation
Willy Hartung, Christoph Schaper und Oliver Voges
Benchmarking: Einsatz der Informationstechnologie im Finanz- und Rechnungswesen S. 78

Dr. Gabriele Schäfer und Martin Duchscherer
Integrierte kaufmännische Softwarelösungen im Vergleich S. 81

Wirtschaftsrecht
Dr. Christoph Zahrnt und Meinhard Erben
(Rechts-)Fragen bei der Beschaffung von Hard- und Software S. 87

BVBB-Nachrichten S. 93

Impressum S. XIII

Optimaler EDV-Einsatz

Mit der Entscheidung für einen bestimmten Hard- und Softwareanbieter treffen Unternehmen eine weitreichende Weichenstellung hinsichtlich der Kostenentwicklung über den Lebenszyklus der Systeme, z.B. fünf Jahre, hinweg.
Auch wenn die Ziele für den Erwerb von Informationstechnologie – Schaffung schnellerer, einfacherer, übersichtlicherer und kostengünstigerer Informationsprozesse – erreicht werden, verläuft die DV-Kostenentwicklung zum Mißbehagen vieler Entscheidungsträger in Unternehmen geradezu paradox: Die Verkaufspreise der meisten Hard- und Softwareprodukte sinken stetig, während die Kosten für Informationsverarbeitung im Unternehmen unaufhörlich steigen. Die wesentliche Ursache hierfür liegt in den immer kürzer werdenden Innovationszyklen bei Hard- und Software. Beispielsweise wurde seit Beginn der 80er Jahre durchschnittlich alle 18 Monate die Leistungsfähigkeit von Prozessorchips verdoppelt. DV-Hersteller binden daher mit Service-Verträgen und Updates die Unternehmen, um eine laufende Anpassung an die Neuentwicklungen bei Hard- und Software zu gewährleisten.
Was den optimalen Einsatz von kaufmännischer Software in Klein- und mittelständischen Unternehmen anbetrifft, so müssen nach überwiegender Meinung von Computer- und Beratungsexperten die vorhandenen, oftmals selbstgefertigten DV-Lösungen aus früheren Jahren durch Standardprogramme von Softwarehäusern abgelöst werden (vgl. FAZ vom 17.3.1998). Favorisiert werden integrierte betriebswirtschaftliche Anwenderprogramme, die u.a. Bestellwesen, Fakturierung, Finanzbuchhaltung und Controlling verknüpfen. Ob mit SAP R/3 oder einer anderen kaufmännischen Softwarelösung kann so beispielsweise der Vertriebsbereich vom Controlling per EDV gesteuert werden (= ‹Enabling›-Funktionen, z.B. Freigabe von Preisnachlässen).
Eine «Benchmarking-Untersuchung zum Einsatz der Informationstechnologie im Finanz- und Rechnungswesen» (vgl. in diesem Heft S. 78 ff.) zeigt jedoch, daß Unternehmen, die unterschiedliche Programme, z.B. für Lohn- und Gehaltsbuchhaltung oder Auftragsbearbeitung, von verschiedenen Softwareherstellern einsetzen, zum Teil überdurchschnittliche Rechnungswesenleistungen erzielen.
Zudem werden in den nächsten Jahren Anwendungsintegrationen mit ‹Message Brokern›, z.B. von Siemens Nixdorf, Marktreife erhalten und das Client-/Server-Computing überholen: Mit einer ‹logischen Zwischenschicht› in der Softwarearchitektur lassen sich dann Daten aus unterschiedlichen DV-Systemen quasi ohne Konvertierungsaufwand nutzen.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-Mai-Ausgabe 1998:

  • Handels- und steuerbilanzielle Konsequenzen bei der Euro-Einführung;
  • Fallbeispiele zur Euro-Umstellung in der Buchhaltung;
  • Euro-Umstellung: Anpassung der DV-Systeme im Rechnungswesen;
  • Steuerliche Auswirkungen der Euro-Umstellung;
  • Gesetz zur Umstellung des Gesellschaftsrechts auf den Euro.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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