Heft 8/1999: Titelthema: Innovationen


23. Jahrgang; Seiten 169-192; August 1999
Titelthema
Innovationen

Buchführung/Rechnungslegung/
Jahresabschluß

Prof. Dr. Karlheinz Küting und Hans-Jörg Harth
Die Behandlung von Forschungs- und Entwicklungskosten nach HGB, US-GAAP und IAS S. 169

Kostenrechnung/Controlling
Jens Vietor
Kennzahlen zur Erfolgsermittlung in der Forschung und Entwicklung der WELLA AG S. 174

Steuerrecht
Rainer Mertens
Umsatzsteuerverfahren bei automatisierter Bestellabwicklung (Teil II) S. 179

Arbeits-/Sozialrecht
Ralf Schmitz
Beteiligungsrechte des Betriebsrats bei der Einführung neuer Technologien S. 181

Wirtschaftsrecht
Christian Klette
Markengesetz und Kennzeichnungsrechte S. 185

Buchtip S. 178

BVBC-Nachrichten S. 189

Impressum S. XI

Erfolgreiche Umsetzung "frischer Ideen"

Mit Blick auf ihr Auftragsvolumen haben Unternehmensberatungen festgestellt, daß seit 1998 die Produkt-, Fertigungs- und Service-Innovationen in deutschen Unternehmen wachsende Bedeutung finden, während in gleichem Maße der Stellenwert von Kostensenkungsprogrammen und Reorganisation zurückgegangen ist (F.A.Z. vom 6.5.1999). Dies gilt auch für kleinere und mittlere Unternehmen, von denen 53 % das interne Wachstum – und damit die Entwicklung neuer Produkte/Dienstleistungen – gegenüber Fusionen vorziehen (Befragung der Gemini Consulting GmbH, Frankfurt, zu Beginn dieses Jahres bei 325 internationalen Führungskräften). Die Untersuchungen zeigen des weiteren, daß die Eigenentwicklung im Durchschnitt erfolgreicher ist als die externe Vergabe von Entwicklungsprojekten.
Handfeste Faustregeln, den Vermarktungserfolg von Innovationen zu erkennen, benutzt beispielsweise der amerikanische Konzern General Electric. Dort muß ein neues Produkt spätestens nach 4 Jahren den Break-even-Point und nach 5 Jahren eine überdurchschnittliche Rendite erreicht haben. Um ein einziges derartiges Erfolgsprodukt auf den Markt zu bringen, bedarf es in deutschen Unternehmen der großen Zahl von durchschnittlich 77 Projektideen und 9 Basiskonzepten. Mehr als 60 % der Unternehmen benötigen für die Entwicklung neuer Produkte bis zur Marktreife 1 Jahr, ein Fünftel sogar 2 Jahre und länger, die "Klassenbesten" (5 %) jedoch nur 3 Monate. Dies ergab eine Benchmarking-Untersuchung bei 1.300 Unternehmen der Investitionsgüterindustrie, die das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovation in Karlsruhe Ende 1998 vorgelegt hat.
Rechnungswesen und Controlling sind bei der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen in vielerlei Hinsicht betroffen, z.B. durch Ausnutzen von Bilanzierungswahlrechten und -pflichten bei Forschungs- und Entwicklungskosten, detailliert und prägnant erläutert in dieser Ausgabe, Seite 169 ff. Auch mit Finanzierungsfragen – Thema der nächsten BC-Ausgabe –, mit Projektcontrolling und zum Teil sogar mit der Patentierung werden Rechnungswesenverantwortliche konfrontiert. Die Zeiten der "internen Universität", als Forscher losgelöst von kaufmännischen Zielgrößen vor sich hinarbeiteten, sind in jedem Fall schon lange vorbei. Mittlerweile berichten die meisten Entwicklungsabteilungen leistungsbezogene Kennzahlen (z.B. über die Einhaltung der Projektkosten) an die Geschäftsleitung (vgl. F.A.Z. vom 5.7.1999). Welche aussagefähigen Kennzahlen hierbei die WELLA AG konkret einsetzt, finden Sie in dieser Ausgabe auf Seite 174 ff.


Vorschau
Die voraussichtlichen Themen der BC-September-Ausgabe 1999:

  • Ansatz und Bewertung von steuerorientierten Finanzierungsformen mittelständischer Unternehmen;
  • Beteiligungsgesellschaften: Finanzierungskonzepte/Controllinginstrumente;
  • Going public im Mittelstand – Neuer Markt und SMAX;
  • Förderprogramme zur Unternehmensfinanzierung;
  • Aktuelle gesetzliche Regelungen zu Abfindungen mit Beispielsrechnungen.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München - Frankfurt