Heft 9/1999: Titelthema: Kapitalbeschaffung im Mittelstand


23. Jahrgang; Seiten 193-216; September 1999
Titelthema
Kapitalbeschaffung im Mittelstand

Buchführung/Rechnungslegung/
Jahresabschluß

Jörg Zimmermann
Gewinnabhängiges Gesellschafter-Fremdkapital in mittelständischen Unternehmen – Auswirkungen auf die Rechnungslegung und Besteuerung S. 193

Investition/Finanzierung
André Peto und Dr. Dietmar Klein
Kapitalbeteiligungsgesellschaften: Finanzierungskonzepte und Anforderungen an Beteiligungsnehmer S. 197

Prof. Dr. Jürgen Wegmann
Going Public im Mittelstand – Neuer Markt und SMAX S. 201

Dr. Rudolf Ridinger
Förderprogramme zur Unternehmensfinanzierung S. 205

Arbeits-/Sozialrecht
Michael Eckert
Abfindungen bei Beendigung eines Arbeitsvertrages S. 208

BVBC-Nachrichten S. 213

Impressum S. XIII

"Kapitalspritzen"

Unternehmen finanzieren sich zunehmend direkt über den Kapitalmarkt statt über Bankkredite. Nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Venture Capital Association e. V., Berlin (Internet: http://www.bvk-ev.de ), gingen im vergangenen Jahr über 21.000 Anfragen von Eigenkapital suchenden Unternehmen bei dessen Verbandsmitgliedern ein (1997: 16.500). Das Kapitalbeteiligungsvolumen stieg 1998 um rund 3,1 Mrd. DM auf 9,5 Mrd. DM.

Trotz Kapitalboom und Aktieneuphorie der letzten Jahre ist bei deutschen Unternehmern häufig noch das "lieber klein, aber allein"-Denken vorherrschend, d.h. Wachstum aus eigener Kraft, möglichst keine Kontrolle von außen, nur kleine Zukäufe. Dies zeigt schon der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, an denen Gesellschafter beteiligt sind, die nicht im Betrieb mitarbeiten; er liegt im europäischen Durchschnitt bei 20 %, in Deutschland lediglich bei 1 % (Geigenberger, Risikokapital für Unternehmensgründer, 1999, Seite VI). Wer den bewährten Finanzierungsgrundsatz, "vorsichtig sein, nicht abhängig werden", als altmodisch belächelt, darf nicht übersehen, daß es auch heute Unternehmen wie den Werkzeugmaschinenbauer Trumpf GmbH & Co. (Stuttgart) gibt, die mit solchen Prinzipien überaus erfolgreich wirtschaften (vgl. F.A.Z. vom 19.7.1999).

Die Risikobereitschaft der Kreditinstitute bei der (Mit-)Finanzierung von Innovationsprojekten ist erfahrungsgemäß gering. In den kommenden Wochen nimmt daher in Frankfurt eine Rating-Agentur (unter Federführung der Deutschen Ausgleichsbank) ihre Arbeit auf, bei der kleine und mittlere Unternehmen ihre Bonität bewerten lassen können. Hierzu werden – wie international üblich – z.B. die Management- und Produktqualität sowie Unternehmenspläne unter die Lupe genommen. Denn mit guten "Qualitätsnoten" sind Banken bereit, nicht nur für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen, sondern bieten ihr Kapital auch mit geringeren Risikoaufschlägen an. Die Kosten der Bewertung dürften zwischen 31 und 48 TDM liegen; etablierte Agenturen verlangen in der Regel mehr als 100 TDM.

Sobald ein Unternehmen sich dafür entscheidet, die Eigen- und Fremdkapitalbasis stärker auszubauen – ob über Gesellschafterbeteiligungen oder gar durch einen Börsengang –, kommen auf sämtliche Rechnungswesenbereiche (Buchhaltung, Controlling, Finanzen) Aufgaben in großem Umfang zu; ihre Bewältigung wird in dieser BC-Ausgabe konkret erläutert. Detaillierte Informationen zur Bonitätsbeurteilung von Unternehmen durch Kreditinstitute gab bereits BC 7/1998, Seite 149 ff.


Vorschau
Die voraussichtlichen Themen der BC-Oktober-Ausgabe 1999:

  • Fallbeispiel zur Plan-Bilanz und Plan-GuV;
  • Unternehmenssteuerung mit Balanced Scorecard;
  • Target Costing (Teil I);
  • Softwaretools zur Aufstellung von Unternehmensplänen;
  • Ausgestaltung einer Liquiditäts- und Mehrjahresfinanzplanung.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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