Pflicht zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen


OFD Koblenz, Pressemitteilung vom 22.2.2012

 

Die gesetzliche Verpflichtung, Steuerdaten elektronisch ans Finanzamt zu übermitteln, ist erheblich erweitert worden. Waren bisher nur Unternehmer und Arbeitgeber verpflichtet, ihre Steueranmeldungen elektronisch zu übermitteln, müssen ab dem Besteuerungsjahr 2011 auch viele Jahressteuererklärungen elektronisch abgegeben werden.

 

 

1. ESt-Erklärung

Alle Bürger, die Gewinneinkünfte erzielen, sind ab der Einkommensteuererklärung 2011 zur elektronischen Abgabe verpflichtet. Hierunter fallen Land- und Forstwirte, Gewerbetreibende und selbstständig Tätige.

 

 

2. Andere Jahressteuererklärungen

Unternehmer und Körperschaften müssen nun auch für die Bereiche USt, KSt und GewSt ihre Jahreserklärungen elektronisch übermitteln. Gleiches gilt für Feststellungserklärungen.

Im Unterschied zur Einkommensteuererklärung müssen diese Erklärungen authentifiziert übermittelt werden. Die hierzu erforderliche Registrierung für Unternehmen und Organisationen unter www.elsteronline.de wurde inzwischen vereinfacht.

Für Unterlagen zur Gewinnermittlung gilt Folgendes: Die Anlage EÜR ist bereits für das Jahr 2011 mit der Jahressteuererklärung elektronisch zu übermitteln. Für Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen gilt diese Verpflichtung erst ein Jahr später (für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen [Nichtbeanstandungsregelung für das Wirtschaftsjahr, das nach dem 31.12.2011 beginnt, beachten – siehe hier, Anm. d. Red.]).

 

 

3. Authentifizierung

Idealerweise werden Steuererklärungen authentifiziert, also vollkommen papierlos übermittelt. Das erforderliche Zertifikat gibt es kostenlos nach einer Registrierung im ElsterOnline-Portal unter www.elsteronline.de. Es ist zu empfehlen, die Registrierung mit der Steuer-Identifikationsnummer durchzuführen.

 

 

Praxis-Info!

Die OFD Koblenz fasst hier für viele BC-Leser bereits Bekanntes zusammen. Denn die Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen der Unternehmen (bei Gewinneinkünften) ab dem Veranlagungszeitraum 2011 wurde bereits mit dem Steuerbürokratieabbaugesetz (Beschluss des Bundesrates vom 19.12.2008, BR-Drs. 897/08) geregelt (siehe hier). Bei Einkommensteuererklärungen gilt dies nicht, wenn ein Veranlagungsgrund nach § 46 Abs. 2 Nrn. 2 bis 8 EStG vorliegt (z.B. wenn ein Steuerpflichtiger nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn bezogen hat) und im Rahmen dessen (nur geringe) Gewinneinkünfte erklärt werden.

Zur Härtefallregelung in Bezug auf den Verzicht einer elektronischen Übermittlung von Steuererklärungsdaten siehe u.a. die Verfügung der OFD Frankfurt am Main vom 12.1.2009 (S-0321 A – 6 – St 24, hier).

[Anm. d. Red.] 

 

 

BC 4/2012