1. Konjunkturpaket verabschiedet


Zustimmung des Bundesrates vom 5.12.2008 (BR-Drs. 923/09)

Für 2009 und 2010 hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket „Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“ geschnürt, das den realwirtschaftlichen Folgen der Finanzmarktkrise entgegenwirken soll. Für das Rechnungswesen ist insbesondere das "Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher Regelungen des Maßnahmenpakets Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung" von Bedeutung:

  • Wiedereinführung der degressiven AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Satz von 25% für Investitionen vom 1.1.2009 bis 31.12.2010 (§ 7 Abs. 2 und 3 EStG).

 

Praxisempfehlungen:

  • Die degressive AfA ist für Wirtschaftsgüter, deren Nutzungsdauer 5 Jahre und mehr beträgt (z.B. Büromöbel 13 Jahre laut AfA-Tabellen), günstiger als die lineare (lineare AfA bei 5-jähriger Nutzungsdauer lediglich 20%).
  • Bereits für 2008 geplante Investitionen mit einer längeren Nutzungsdauer (≥ 5 Jahre) sollten ggf. in 2009 verschoben werden, damit die anfänglich erhöhte Abschreibung in Anspruch genommen werden kann.
  • Für bewegliche, selbstständig nutz- und bewertbare Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungspreis (netto) 1.000 € und niedriger ist, gelten die Regelungen für die Pool-Abschreibung (150,01 bis 1.000,0 €: lineare AfA über 5 Jahre) sowie für Geringwertige Wirtschaftsgüter (bis 150,0 €: voller Betriebsausgabenabzug).
  • Zur Vermeidung eines erhöhten Verwaltungsaufwands im Rechnungswesen und im Controlling sollte in Übereinstimmung mit der Steuerbilanz auch in der Handelsbilanz die degressive Abschreibung gewählt werden.

 

  • Erweiterung der Möglichkeit der Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen und Sonderabschreibungen (gemäß § 7g EStG) für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2008 und vor dem 1.1.2011 enden: Bei Ermittlung des Gewinns anhand eines Betriebsvermögensvergleichs wird die Betriebsvermögensgrenze von 235.000 € auf 335.000 € erhöht und bei Einnahmen-Überschuss-Rechnern die Gewinngrenze von 100.000 auf 200.000 € (§ 52 Abs. 23 EStG).

 

Praxishinweis:

Unternehmen, die Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (bis zu insgesamt 20% der Anschaffungs-/Herstellungskosten) vornehmen können, dürfen daneben auch die degressive Abschreibung anwenden. Im Klartext: Neben den Sonderabschreibungen sind nicht mehr allein lineare Abschreibungen zulässig (§ 7a Abs. 4 EStG). Mit dieser Anpassung wird der gleiche Zustand wie vor Aufhebung der degressiven Abschreibung durch die Unternehmensteuerreform hergestellt.

 

  • Erhöhung des Höchstbetrags der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen bei Instandhaltungs- und Modernisierungsleistungen von 600 € auf 1.200 € (§ 35a Abs. 2 Satz 2 EStG). Der Prozentsatz für den Steuerbonus bleibt bei 20%. Damit sind (ab dem Veranlagungszeitraum 2009) Aufwendungen für Arbeitskosten bis zu 6.000 € begünstigt.
  • Kfz-Steuerbefreiung für alle Pkw-Erstzulassungen vom 5.11.2008 bis zum 31.6.2009 (zwei Jahre für Euro-5 und Euro-6-Fahrzeuge), um die Kaufzurückhaltung bis zur Klarheit über die Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Basis aufzulösen.

[Anm. d. Red.]

 

BC 12/2008