In 25 Jahren von Bayerns Polizei in Jugendverkehrsschulen über 3,2 Millionen Schülerinnen und Schüler zu verkehrssicheren Radfahrern ausgebildet


In den zurzeit in Betrieb befindlichen 299 mobilen und stationären Jugendverkehrsschulen in Bayern haben über 350 polizeiliche Verkehrserzieher und 17 assistierende Verkehrsdienstangestellte allein im vergangenen Schuljahr über 16 100 Einsatztage geleistet.

Hierbei wurden fast 129 000 Schülerinnen und Schüler zu verkehrssicheren Radfahrern ausgebildet. Insgesamt wurden seit Beginn der bayernweiten Ausbildung im Schuljahr 1973/74 durch die Verkehrserzieher der Polizei in den Jugendverkehrsschulen über 3,2 Millionen Schülerinnen und Schüler ausgebildet. "Diese Zahlen sind ein Beweis, welch hohen Stellenwert wir dieser Ausbildung durch Polizeibeamte beimessen", erklärte Innenminister Dr. Günther Beckstein.

"Die bayernweite Ausbildung der bayerischen Schulkinder durch die Verkehrserzieher der Polizei in den Jugendverkehrsschulen ist seit vielen Jahren Rückgrad der polizeilichen Verkehrsziehungsarbeit im Grund- und Förderungsschulbereich. Bereits die Eltern vieler Kinder, die heute diese von der Polizei getragene Ausbildung durchlaufen, wurden hier geschult", so Beckstein. Um den hohen Sicherheitsstandard der Kinder zu gewährleisten, wird in Übungseinheiten unter anderem das betriebsund verkehrssichere Fahrrad, sicheres Abbiegen, Vorfahrtsregeln durch Verkehrszeichen und Verkehrsregelung durch Ampeln und Polizeibeamte erläutert und geschult. Seit über einem Vierteljahrhundert werden jedes Schuljahr nahezu alle Viertklässler ausführlich informiert und trainiert. Die Erfolge dieser Ausbildung sind laut Beckstein greifbar. So ist von 1972 bis 1999 die Zahl der getöteten Radfahrer im Alter von 10 bis 15 Jahren um über 90% auf 6 Personen zurückgegangen; die Zahl der getöteten Fußgänger dieser Altersgruppe ging im selben Zeitraum um 90% auf 3 Personen zurück. Diese Zahlen sind vor dem Hintergrund zu betrachten, dass sich in Bayern die Zulassungszahlen um etwa das 2,5-fache von 3,1 Millionen Fahrzeugen auf 8 Millionen und die Fahrleistungen in km um das 2,5-fache erhöht haben. "Diese positiven Ergebnisse waren uns ein Ansporn, die äußerst erfolgreiche Jugendverkehrsschulausbildung weiter zu modifizieren und - soweit überhaupt möglich - zu verbessern", so der Minister.

Das Kultusministerium und das Innenministerium haben 1995 gemeinsam den Modellversuch "Radfahren in der Verkehrswirklichkeit" ins Leben gerufen. In 14 ausgewählten Modellschulen, verteilt auf alle sieben bayerischen Regierungsbezirke, wird seitdem erprobt, wie die Ausbildung der Kinde nach Ablegung der Fahrradprüfung vom "Schonraum Jugendverkehrsschule" auch auf den "Realraum Straße" gefahrlos ausgeweitet werden kann. Beckstein: "Die bisher vorliegenden Ergebnisse sind positiv und waren der Bayerischen Staatsregierung Anlass, diese Schulung verbindlich in den neuen Lehrplan aufzunehmen. Alle für die Sicherheit der Kinder Verantwortlichen erhoffen sind hiervon starke Impulse für einen noch bessere und noch wirklichkeitsnähere Ausbildung der Kinder zu verkehrssicheren Radfahrern."

(Quelle: Bayer. Staatsministerium des Innern, München)


NZV 1/2001