BiBu 8/1996: Titelthema: Investitionsmanagement


20. Jahrgang; Seiten 169-192
August 1996
TITELTHEMA
Investitionsmanagement

BUCHFÜHRUNG/ RECHNUNGSLEGUNG/ JAHRESABSCHLUSS
Bernhard Lewicki
Bilanzierung zu Wiederbeschaffungskosten in der Europäischen Union S. 169

Ludger Spindeldreier
Rechnungslegung in Polen S. 173

KOSTENRECHNUNG/ CONTROLLING
Heinz-Jürgen Seute
Praxis des Investitionscontrolling S. 176

EDV/ ORGANISATION
Arno Weyand
Anlagenbuchhaltung per EDV am Beispiel der CS Controlling Software S. 180

INVESTITION/ FINANZIERUNG
Prof. Reinhold E. Eichholz
Anlagenfinanzierung S. 184

WIRTSCHAFTSRECHT
Dr. Axel Jäger
Umweltschutzsichernde Betriebsorganisation und Umweltmanagement S. 187


BVBB-NACHRICHTEN S. 190


Impressum S. XIII

Investitionsmanagement

Die Anlageinvestitionen in Deutschland sind ins Stocken geraten. Bei den Bauinvestitionen zeichnet sich in diesem Jahr eine Abnahme um 2,5 Prozent ab, während die Ausrüstungsinvestitionen (wie Maschinen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung) das Niveau des Vorjahres erreichen dürften. Auch in Ostdeutschland hat die Investitionsdynamik seit 1995 nachgelassen.
Für 1997 werden quasi prognostiziert, d.h., bei Ausrüstungsinvestitionen ist einerseits mit einem Anstieg von rund fünf Prozent zu rechnen, andererseits bleiben die stagnierenden Bauinvestitionen auf der Schattenseite der Konjunktur.
Während bei Investitionen im Inland , sind Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen 1995 um 80 Prozent auf ein neues Rekordniveau emporgeschnellt. Die ungewöhnlich hohe Zunahme ist allerdings um einmalige größere Beteiligungskäufe der chemischen Industrie und Versicherungsgesellschaften zu bereinigen. Von den deutschen Direktinvestitionen flossen im Vorjahr drei Viertel in europäische Länder. Nicht nur für deutsche Unternehmen, sondern weltweit ist Großbritannien dabei wichtigstes Anlageland, das mit einem flexiblen Arbeitsmarkt, niedrigen Lohnkosten und großzügigen staatlichen Finanzspritzen Investoren anlockt. Neben Großbritannien werden deutsche Direktinvestitionen in größerem Umfang auch in Frankreich getätigt. Der Beitrag «Bilanzierung zu Wiederbeschaffungskosten in der Europäischen Union» befaßt sich daher mit den vom deutschen Handelsrecht abweichenden, aber mit der 4. EG-Richtlinie konformen Alternativen zur Bewertung des Anlagevermögens in Großbritannien und Frankreich.
Auch wenn der Anteil deutscher Investitionen in Osteuropa nur bei knapp neun Prozent der gesamten deutschen Auslandsinvestitionen liegt, sind 1995 der Auf- und Ausbau von Betriebsstätten sowie Unternehmensbeteiligungen vorzugsweise in Ungarn, Tschechien und Polen um rund 50 Prozent angestiegen. Auch dieses Jahr werden sie weiter wachsen.
Unabhängig von den Konjunkturzyklen bleibt das Investitionsmanagement eine Lebensaufgabe für ein Unternehmen. Während in den 60er Jahren (laut einer Untersuchung des Ifo-Instituts) erst 30 Prozent der Unternehmen mit weniger als 1000 Beschäftigten Investitionspläne entwarfen, die über ein Jahr hinausgingen, geht man heute davon aus, daß mehr als die Hälfte einen Planungshorizont von bis zu drei Jahren im Auge hat.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der September-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Besonderheiten des Jahresabschlusses bei Versicherungsunternehmen;
  • Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente nach Vorgaben der Versicherungsaufsicht;
  • Kapitalanlagemanagement bei Versicherungen;
  • Solvabilitätssystem für Versicherungsunternehmen in der EU;
  • Auflösungsverträge und Abfindungen.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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