BC 7/1997: Titelthema: Outsourcing


21. Jahrgang; Seiten 145 - 168; Juni 1997
Titelthema
Outsourcing

Kostenrechnung/Controlling
Udo Volkmar Hüber
Controlling im Outsourcing-Prozeß S. 145

EDV/Organisation
Willy Hartung
Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen (Teil I) S. 149

Dr. Gabriele Schäfer und Martin Duchscherer
Software zur Optimierung der Büromaterialbeschaffung S. 161

Steuerrecht
Jörg Zimmermann und Jürgen Börst
Steuerliche Möglichkeiten und Grenzen der Spaltung von Kapitalgesellschaften S. 151

Arbeits-/Sozialrecht
Michael Eckert
Arbeitsrechtliche Aspekte beim Outsourcing S. 157

Wirtschaftsrecht
Dr. Hans-Eduard Hille
Probleme der Vertragsgestaltung beim Outsourcing S. 162

BVBB-Nachrichten S. 165

Impressum S. IX

Make or Buy?

Eine neue Methode der alten ökonomischen Arbeitsteilungsidee hat seit Beginn der 90er Jahre auch in den deutschen Unternehmen vermehrt . Mit dem Ziel, rationeller, flexibler und kostengünstiger liefern und leisten zu können, werden von Unternehmen bislang selbsterstellte Produktkomponenten und Dienstleistungen , d.h. von externen Zulieferern bezogen. Allein die Kostenersparnisse sollen dabei durchschnittlich 5 bis 10 Prozent betragen (vgl. in dieser BC-Ausgabe Seite 147). Die Auslagerung betrifft insbesondere Leistungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, wie beispielsweise Datenverarbeitung, Kantine, Logistik, Objektschutz, Personalverwaltung, Rechnungswesen oder Werbung. Neben dem Verarbeitenden Gewerbe hat nach Erhebungen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in den letzten Jahren der Vorleistungsbezug vor allem in der Wohnungswirtschaft, im Kreditgewerbe und in der Bauwirtschaft zugenommen.

Zu hohe Erwartungen sollte man aber in die Vorteile des Outsourcing nicht setzen. Sogar in den Vereinigten Staaten ist nach Berichten der Fachzeitschrift (Ende 1996) Kritik an der Auslagerung von Unternehmensleistungen laut geworden, die auf logistische Pannen bei Zulieferern und Konflikte mit betroffenen Arbeitnehmern zurückzuführen ist. Sinnvoll ist Outsourcing demzufolge nur, wenn die Qualität der Dienstleistung stimmt; von den Kostenersparnissen allein, die ein Fremdbezug verspricht, darf man sich nicht blenden lassen. Neben der gegebenenfalls mangelnden Qualität einer ausgelagerten Dienstleistung sind Lieferantenausfallrisiko und fehlende Termintreue der Lieferanten weitere eines Outsourcingvorhabens. Unternehmen sollten daher ihre Make-or-Buy-Entscheidung sowohl aufgrund einer kritischen Analyse der Kosten und Erlöse für jeden Unternehmensbereich als auch bei genauer Kenntnis der Haftungsrisiken treffen. Außerdem ist es vor der Entscheidung für den Fremdbezug wichtig, das eigene Optimierungspotential beim jeweiligen Wertschöpfungsprozeß zu berücksichtigen. Solche Überprüfungen sind erfahrungsgemäß zeitintensiv.

Diese BC-Ausgabe behandelt daher neben dem auch rechtliche Probleme, die einen Fremdbezug behindern, wenn nicht gar verhindern können. So haftet beispielsweise beim Betriebsübergang der Outsourcing-Nehmer bis zu einem Jahr für Verpflichtungen aus den übergegangenen Arbeitsverhältnissen.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-August-Ausgabe 1997:

  • Bilanzierung und Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts;
  • Due diligence-Verfahren beim Unternehmenskauf in der Praxis;
  • Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen (Teil II);
  • Steuerliche Gestaltung von Unternehmenskäufen;
  • Vertragliche Besonderheiten beim Unternehmenskauf/-verkauf.


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt