BC 3/1997: Titelthema: Interne und internationale Verrechnungspreise


21. Jahrgang; Seiten 49-72; März 1997
Titelthema
Interne und internationale Verrechnungspreise

Buchführung/ Rechnungslegung/ Jahresabschluß
Dr. Matthias Popp
Bilanzierung in wirtschaftlich angespannter Lage S. 49

Kostenrechnung/Controlling
Guido Hettich
Leistungsvereinbarung und Leistungsverrechnung als Bausteine für eine marktwirtschaftliche Führung und Steuerung von Dienst-leistungscentern S. 53

EDV/Organisation
Stefan Wehner
Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 im Finanz- und Rechnungswesen (Teil III) S. 57

Steuerrecht
Jörg Zimmermann und Jürgen Börst
Dienstleistungsverrechnung deutscher Mittelständler an ausländische Tochterunternehmen S. 63

Ludger Spindeldreier
OECD- und US-amerikanische Verrechnungspreisrichtlinien S. 67

Buchtip/Rezension S. 52, 62

BVBB-Nachrichten S. 69

Impressum S. XI

Benchmarking im Rechnungswesen

Benchmarking als Instrument zur Optimierung von Geschäftsprozessen im Unternehmen, das – wie viele andere Managementmethoden – vom anderen Ende des exportiert wurde und dort von bereits 80 Prozent der Unternehmen genutzt wird, breitet sich auch hierzulande inflationsartig aus. Der amerikanische Begriff stammt aus der Topographie und meint das Messen an Festpunkten, den Benchmarks, die Orientierungs- und Richtwerte darstellen. Was in der Landvermessung nützlich ist, soll auch für Unternehmen von Vorteil sein: Durch Vergleich mit hervorragenden Unternehmen kann die eigene Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Nach einer Studie der Kienbaum Unternehmensberatung GmbH erzielen deutsche Unternehmen mit Benchmarking etwa 20 bis 40 Prozent Kostenersparnisse. Dieser Erfolg betrifft allerdings vorwiegend den Produktionsbereich von Unternehmen. Doch wie sieht es mit dem Einsatz von Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen aus?

Untersuchungen der Coopers & Lybrand Unternehmensberatung bei über 900 Unternehmen im In- und Ausland – wir werden hierüber in einer der nächsten BC-Ausgaben näher berichten – haben ergeben, daß auch im Finanz- und Rechnungswesen erhebliches Kostensenkungspotential schlummert. So entstehen beispielsweise bei der Bearbeitung einer Lieferantenrechnung in den Unternehmen Kosten in Höhe von maximal 4,50 DM, bei bis zu 24 DM, und die wenden dafür mehr als 35 DM auf. Auch wenn derartige quantitative Vergleiche kaum etwas über die für Finanz- und Rechnungswesenabteilungen bedeutsame Qualität der Leistungsergebnisse aussagen, so geben sie doch Anhaltspunkte zur Durchleuchtung und Optimierung der Führungs- und Arbeitsorganisation.

Ein Benchmarking-Modell besonderer Art, das von Fachleuten aus 70 Ländern der Welt gemeinsam geschaffen wurde, sind die DIN EN ISO-Normen. In einer dreiteiligen Artikelserie, die mit dieser BC-Ausgabe endet, ist die empfohlene für das Erzeugen von Lieferungen und Leistungen – auch im Finanz- und Rechnungswesen – vorgestellt worden.

Die nicht ganz so neue Idee des Benchmarking – in Deutschland sind Betriebsvergleiche seit Jahrzehnten bekannt – kann man nicht besser als mit einem Zitat des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck auf den Punkt bringen: «Nur ein Idiot glaubt, aus den eigenen Erfahrungen zu lernen. Ich ziehe es vor, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, um von vornherein eigene Fehler zu vermeiden»

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Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-April-Ausgabe 1997:

  • Aufdeckung von Fehlern, Täuschungen und Vermögensschädigungen bei Jahresabschlußprüfungen und internes Kontrollsystem;
  • Praktische Einführung von EDI im Zahlungsverkehr;
  • Neuregelungen zur Körperschaftsteuer;
  • Arbeitsrechtliche Probleme im Zusammenhang mit Umwandlungen;
  • Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen.

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Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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