OLG Braunschweig

Kein Schadensersatz bei Kollision eines Quads mit Schotterhaufen auf Feldweg


Wer mit seinem Quad auf einem befestigten Wirtschaftsweg mit unangepasster Geschwindigkeit und ungebremst in einen dort liegenden großen Schotterhaufen fährt, kann keinen Schadensersatz vom Eigentümer des Weges verlangen. die Schadensersatzklage des Quadfahrers, der sich durch den Sturz Prellungen und Hautabschürfungen zugezogen hatte, endgültig abgewiesen.

 

Zum Sachverhalt

In dem Fall hatte der Eigentümer eines Wirtschaftswegs einen rund 90 cm hohen Schotterhaufen über die gesamte Breite seines Wegs gelagert. Ein Quadfahrer fuhr mit unangepasster Geschwindigkeit und ungebremst in den dort liegenden großen Schotterhaufen und zog sich bei dem Sturz Prellungen und Hautabschürfungen zu. Das LG Göttingen hat die Schadensersatzklage des Quadfahrers abgewiesen. Dieser Haufen hätte dort so nicht liegen dürfen. Weil der befestigte Wirtschaftsweg öffentlich mit Kraftfahrzeugen befahrbar war, habe der Eigentümer die Verkehrssicherungspflichten einhalten müssen.

Die Entscheidung des OLG Braunschweig

Der Quadfahrer bekam auch vor dem OLG Braunschweig keinen Schadensersatz. Ihm war ein so überwiegendes Mitverschulden anzulasten, dass die Haftung des Wegeeigentümers dahinter zurücktrat. Maßgeblich war für diese Beurteilung, dass der Quadfahrer mit einer deutlich überhöhten Geschwindigkeit von 60-70 km/h auf dem Wirtschaftsweg unterwegs war. Zudem war er ungebremst in den Haufen gefahren. Das war für das OLG Braunschweig ein Anzeichen dafür, dass der Quadfahrer nicht ausreichend aufmerksam war. Schließlich habe der Schotterhaufen auf einer geraden Strecke gelegen und sei schon von weitem gut erkennbar gewesen.

OLG Braunschweig, Beschl. v. 27.2.2019 – 9 U 48/18


Pressemitteilung des OLG Braunschweig v. 22.3.2019