Washington DC verklagt Facebook wegen Cambridge-Analytica-Skandals


Der US-Regierungsbezirk Washington DC reichte Klage gegen das Online-Netzwerk Facebook ein. Generalstaatsanwalt Karl A. Racine beschuldigt Facebook massiver Verstöße beim Datenschutz, wodurch die Informationen vieler Nutzer im Wahlkampf 2016 für politische Manipulationen missbraucht worden sein könnten.

Bei dem Skandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später u.a. für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Facebooks Regeln für den Daten-Zugriff von App-Entwicklern ließen diesen breiten Einzug von Informationen von 2007 bis 2014 zu. In den USA musste sich der Konzern in einer Einigung mit der Aufsichtsbehörde FTC nach Datenschutz-Verstößen verpflichten, keine Daten von Nutzern ohne deren Einwilligung zu teilen. Wenn festgestellt wird, dass Facebook gegen diese Auflagen verstoßen hat, drohen empfindliche Sanktionen. Generalstaatsanwalt Racine klagte nun, weil Daten von rd. 340.000 Einwohnern von Washington DC von dem Skandal betroffen gewesen seien. Er strebt auch Entschädigungszahlungen und Strafen in nicht genannter Höhe an.