Wolfgang Kuntz

BSI: Gefahr durch Cyber-Sicherheitsvorfälle wird unterschätzt


Cyber-Sicherheitsvorfälle haben oftmals erhebliche Konsequenzen für die betroffenen Betriebe. Allerdings unterschätzen zahlreiche Unternehmen genau dieses Gefährdungspotenzial für ihre eigenen Betriebsabläufe. Das geht aus einer Cyber-Sicherheitsumfrage hervor, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Rahmen der Allianz für Cybersicherheit durchgeführt hat.

Dabei sah nur jeder zwölfte Teilnehmer (ca. 8%) eine relevante Gefährdung der Betriebsfähigkeit durch Cyberangriffe. Nur 3% der Befragten sehen durch die Digitalisierung eine wachsende Angriffsfläche für Cyberbedrohungen. Wenn es allerdings zu einem IT-Sicherheitsvorfall kommt, hat dieser oft gravierende Auswirkungen. Denn rd. 87% der von Cyber-Sicherheitsvorfällen Betroffenen gaben an, dass es 2018 zu Betriebsstörungen oder -ausfällen kam. Hinzu kamen häufig noch Kosten für die Aufklärung der Vorfälle und die Wiederherstellung der IT-Systeme (bei 65% der Betroffenen) sowie Reputationsschäden (22%). Insgesamt war im Jahr 2018 jeder dritte teilnehmende Betrieb (33%) von Cyber-Sicherheitsvorfällen betroffen, Großunternehmen hat es noch häufiger getroffen (43%). An der Umfrage nahmen 1.039 Unternehmen und andere Institutionen teil.

Wolfgang Kuntz ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht in Saarbrücken.