IASB schlägt Änderungen des Hedge Accounting im Rahmen einer IBOR-Reform vor


IRZ, Heft 6, Juni 2019, S. 242

Am 3. Mai 2019 hat der International Accounting Standards Board (IASB) den Entwurf des Änderungsstandards ED/2019/1 mit dem Titel „Interest Rate Benchmark Reform (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 9 und IAS 39)“ veröffentlicht, der eine erste Reaktion auf die möglichen Auswirkungen der Reform von Zinsbenchmarks (IBOR-Reform) auf die Finanzberichterstattung darstellt. (Siehe zudem in Heft 5/2019 der IRZ Huthmann/Holstein/Freigang, IRZ 2019, 245.)

Die mit dem Entwurf vorgeschlagenen Änderungen umfassen Fragen der Finanzberichterstattung im Zeitraum vor der Ersetzung eines bestehenden Zinsbenchmarks durch einen alternativen Zinssatz und berücksichtigen die Auswirkungen auf bestimmte Hedge Accounting-Vorschriften in IFRS 9, die mit einer prognoseorientierten Analyse verbunden sind. Durch die optionale weitere Anwendung der Regelungen des Hedge Accounting nach IAS 39 gelten die vorgeschlagenen Regelungen auch für solche Unternehmen, die weiterhin ihr Hedge Accounting nach IAS 39 vornehmen. Im Einzelnen werden folgende Änderungen vorgeschlagen:

  • Änderung bestimmter Hedge Accounting-Vorschriften dergestalt, dass Unternehmen diese Vorschriften unter der Annahme anwenden, dass sich die Zinssatz-Benchmark, auf der die abgesicherten Cashflows und die Cashflows aus dem Sicherungsinstrument basieren, durch die Reform des Zinssatz-Benchmarks nicht verändern wird;
  • Aufnahme verpflichtender spezifischer Angaben darüber, inwieweit die Sicherungsbeziehungen der Unternehmen von den vorgeschlagenen Änderungen betroffen sind; und
  • Vorschrift, dass die Änderungen verpflichtend anzuwenden sind.

 

Klarstellend weist der IASB darauf hin, dass (zunächst) nur die Vorschriften in Bezug auf das Hedge Accounting geändert werden sollen und keine Erleichterungen in Bezug auf andere Folgen der Reform des Zinsbenchmarks gewährt werden.

Der IASB schlägt vor, die Änderungen für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen, erstmalig verpflichtend (rückwirkend) anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig sein soll. Der IASB bittet um Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen bis zum 17. Juni 2019.