IFRS-Anwendung in Großbritannien nach einem ungeregelten Brexit


IRZ, Heft 3, März 2019, S. 101

Der britische Standardsetzer Financial Reporting Council (FRC) hat in Zusammenarbeit mit dem britischen Wirtschaftsministerium ein Schreiben veröffentlicht, das zwar primär an Wirtschaftsprüfer und Steuerberater gerichtet ist, in dem jedoch auch allgemeine Informationen zur IFRS-Anwendung in Großbritannien für den Fall bereitgestellt werden, dass es bis zum 29. März 2019 keine Einigung über das Verlassen der EU gibt.

In Bezug auf die Notwendigkeit eines eigenständigen IFRS-Komitologieverfahrens für die Übernahme der internationalen Rechnungslegungsstandards in britisches Recht nach einem EU-Austritt wird auf den kürzlich veröffentlichten Gesetzentwurf „The International Accounting Standards and European Public Limited-Liability Company (Amendment etc.) (EU Exit) Regulations 2019 (IAS SI)“ hingewiesen. Darin wird der zuständige Minister ermächtigt, neue oder geänderte Standards zu übernehmen, wobei diese Ermächtigung auch gilt, um dies auf ein neu zu gründendes unabhängiges britisches Endorsementorgan zu delegieren. Dieses soll noch im Jahr 2019 seine Arbeit aufnehmen, sobald die entsprechende Infrastruktur und die personellen Ressourcen aufgebaut worden sind.

Hinsichtlich der bereits während der EU-Mitgliedschaft im Rahmen des europäischen Endorsement-Verfahrens übernommenen Regelungen wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass der Withdrawal Act zum Zeitpunkt des Austritts diese bereits übernommenen Standards in britisches Recht überführt. Mit dieser Regelung soll die Kontinuität in der Anwendung der IFRS gewährleistet werden.

Das Schreiben steht auf der Internetpräsenz des britischen Ministeriums für Wirt-schafts-, Energie- und Industriestrategie (www.beis.gov.uk) zur Verfügung.