DPR: Prüfungsschwerpunkte 2019


IRZ, Heft 12, Dezember 2018, S. 518

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat am 15. November 2018 fünf Prüfungsschwerpunkte für im kommenden Jahr 2019 durchzuführende Enforcement-Prüfungen bekanntgegeben (siehe auch den Beitrag von Beyhs, IRZ 2018, 521 ff.). Die ersten drei Prüfungsschwerpunkte entsprechen den bereits am 26. Oktober 2018 von der ESMA veröffentlichten gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkten, die von den nationalen Aufsichtsbehörden bei ihrer Prüfung im Rahmen von Enforcement-Verfahren zu beachten sind. Bei den beiden letzten Punkten handelt es sich um rein nationale Prüfungsschwerpunkte.

Damit stellen sich die Prüfungsschwerpunkte wie folgt dar:

 

1.  Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“

  • Identifizierung und Erfüllung von Leistungsverpflichtungen
  • Prinzipal-Agent-Beziehungen
  • Aufteilung des Transaktionspreises auf verschiedene Leistungsverpflichtungen
  • Aufgliederung von Umsatzerlösen
  • Angabeverpflichtungen zu Kundenverträgen und damit verbundene Ermessensentscheidungen im Anhang
  • Angaben zu Effekten aus dem Übergang zu IFRS 15

 

2.  Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 9 „Finanzinstrumente“

Aspekte für alle Unternehmen:

  • Darstellung von Zinserträgen aus der Anwendung der Effektivzinsmethode
  • Angaben zu Sicherungsbeziehungen im Anhang (Folgeänderung IFRS 7)

 

Aspekte für Kreditinstitute:

  • SPPI-Test bei der Klassifikation
  • Angaben zur Anwendung des Expected-Credit-Loss (ECL-)Modells
  • Entwicklungsrechnung zu Wertberichtigungen
  • Angaben zu wertgeminderten Finanzinstrumenten

 

Aspekte für Versicherungsunternehmen:

  • Anwendung der Ausnahmeregelungen zu Regelungen des IFRS 9

 

3.  Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 16

  • Festlegung der qualitativen und quantitativen Angaben nach IAS 8.30 unter Berücksichtigung der Empfehlungen des IAS 8.31
  • Angemessenheit des Aggregationsgrads
  • Angaben zur Inanspruchnahme der allgemeinen Erleichterungswahlrechte
  • Angaben zur Übergangsmethodik und zur Inanspruchnahme von Übergangs-Erleichterungswahlrechten

 

4.  Konzernlagebericht

Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und der Ertragslage entsprechend dem Umfang und der Komplexität der Geschäftstätigkeit (§ 315 Abs. 1 Satz 1 bis 3 HGB)

 

5.  Segmentberichterstattung

unter Berücksichtigung der unternehmensinternen Berichterstattung und folgender Einzelaspekte:

  • Bestimmung der operativen Segmente (IFRS 8.5) und Zusammenfassung zu berichtspflichtigen Segmenten (IFRS 8.11–8.19) nebst erläuternden Angaben (IFRS 8.22)
  • Darstellung des Segmentergebnisses, insbes. bei Verwendung alternativer Leistungskennziffern (IFRS 8.23, IFRS 8.25–8.27)
  • Differenzierung zwischen Informationen in der Kategorie „alle sonstigen Segmente“ und sonstigen Abstimmungsposten in der Überleitungsrechnung (IFRS 8.16, IFRS 8.28)
  • Informationen über geografische Gebiete differenziert nach Herkunftsland und Drittländern (IFRS 8.33) sowie über Kundenabhängigkeiten (IFRS 8.34)

 

Die Prüfungsschwerpunkte der DPR für 2019 sind auf der Homepage der DPR (www.frep.info) abrufbar.