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OLG Saarbrücken: Liegestütze auf Altar kein Mittel der Kunstfreiheit

  • zu OLG Saarbrücken , Entscheidung vom 15.05.2018

Weil er 26 Liegestützen auf dem Altar einer katholischen Kirche gemacht und sich dabei gefilmt hat, ist ein Video-Künstler aus Saarbrücken wegen Hausfriedensbruchs und Störung der Religionsausübung verurteilt worden. In dem Revisionsverfahren schloss sich das Oberlandesgericht Saarbrücken am 15.05.2018 einem früheren Urteil des Amtsgerichts Saarbrücken an.

OLG: Kunstfreiheit vorbehalts-, aber nicht schrankenlos

Das OLG widersprach damit zugleich der Einschätzung des Landgerichts, das den Künstler im Juli 2017 lediglich wegen Hausfriedensbruchs schuldig gesprochen und seine Aktion als Mittel der Kunstfreiheit gewertet hatte. "Die Kunstfreiheit ist zwar vorbehaltlos, aber nicht schrankenlos gewährleistet“, betonte die Vorsitzende Richterin in ihrer Begründung. Der Schuldspruch des OLG ist rechtskräftig. Über die Höhe des Strafmaßes entscheidet nun das LG. Der Angeklagte Alexander Karle (40) sagte, er sei von dem Urteil "sehr überrascht“ und darüber "entsetzt“.

Aus dem Nachrichtenarchiv

LG Saarbrücken schätzt Liegestützen auf Altar als Kunst ein, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 10.07.2017, becklink 2007231

AG Saarbrücken: Künstler nach Liegestützen auf Altar verurteilt, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 18.01.2017, becklink 2005490

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 16. Mai 2018 (dpa).

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