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Niederlande: Zwölfjähriger darf Chemotherapie verweigern

Ein zwölfjähriger niederländischer Junge darf nach einem Gerichtsurteil die Chemotherapie gegen Krebs verweigern. David dürfe selbst über seine Behandlung entscheiden, urteilte ein Richter in Alkmaar am 12.05.2017. Der Vater des Jungen wollte mit einem Gerichtsurteil die Chemotherapie seines Sohnes erzwingen.

Patienten ab zwölf dürfen selbst bestimmen

Bei dem Kind war Ende 2016 ein Hirntumor entfernt worden. Eine Chemotherapie sollte folgen. David lehnte dies ab. Nach Angaben des Gerichts fürchtet er die Nebenwirkungen und vertraut alternativen Heilmethoden. Ohne Chemobehandlung liegt die Chance auf Genesung nach Angaben der Ärzte bei 50%, mit der Therapie bei 75-80%. Der Richter erklärte, dass er die Sorgen des Vaters verstehe. Es gebe aber "keinerlei rechtliche Möglichkeiten einzugreifen". Das Selbstbestimmungsrecht von Patienten gelte ab zwölf Jahren. Der Junge habe auch bei einem Psychiater sehr gut seine Entscheidung begründet.
Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 15. Mai 2017 (dpa).

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