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Nach Islamistenkritik: Bangladesch entfernt Justitia-Skulptur

Aus Sorge vor einer Eskalation des Konflikts mit radikalen islamistischen Gruppen hat Bangladesch die Statue der Justitia aus dem Gebäude des Obersten Gerichtshofs entfernen lassen. Die Skulptur sei abgebaut worden, um eine "unvorhergesehene Situation" zu vermeiden, erklärte Oberstaatsanwalt Mahbubey Alam am 26.05.2017. Sie steht nun vor einem Nebengebäude.

Statue steht nun vor Nebengebäude

Zwei Tage nach ihren Abbau ist die umstrittene Statue vor einem Nebengebäude des Obersten Gerichtshofs wieder aufgestellt worden. Ihr Schöpfer Mrinal Haque sagte am 28.05.2017 in der Hauptstadt Dhaka: "Die Skulptur hat einen neuen Platz gefunden, aber dort wird sie kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden." Die Frauenstatue befinde sich nun im hinteren Teil des Geländes. Extremisten hatten lautstark gegen das Symbol der Gerechtigkeit protestiert und den Abbau gefordert. In den Augen der radikalen Gruppen ist die Skulptur ein Götzenbild, dessen Ausstellung der Islam verbiete. Die Justitia war erst im Dezember 2016 im Gericht aufgestellt worden.

Islam ist offizielle Staatsreligion Bangladeshs

Etwa 90% der Bevölkerung Bangladeschs sind Muslime. Nach dem Ende der Kolonialzeit war das Land eine pakistanische Provinz, 1971 wurde es nach einem Separationskrieg unabhängig. Einer der Gründe für den Wunsch nach Unabhängigkeit von Pakistan war damals, Staat und Religion stärker zu trennen. Trotzdem ist der Islam seit 1988 die offizielle Staatsreligion im Land.

Aus der Datenbank beck-online

Venohr, Die Türkei auf dem Weg ins autoritäre Erdoǧan-Regime, DRiZ 2017, 122

Pfaff, Afghanistan im Umbruch: Zwischen Sharia und säkularem Recht – Anmerkungen zur afghanischen Verfassung von 2004, ZAR 2005, 393

Yassari, Islamisches Recht oder Recht der Muslime – Gedanken zu Recht und Religion im Islam, ZVglRWiss 2004, 103

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 26. Mai 2017 (dpa).

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