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BFH: Kein steuerbarer Leistungsaustausch bei platzierungsabhängigen Preisgeldern

  • zu BFH , Urteil vom 02.08.2018 - V R 21/16

Die Teilnahme an einem Pferderennen ist nicht umsatzsteuerbar, wenn dem Eigentümer der Rennpferde lediglich ein platzierungsabhängiges Preisgeld gezahlt wird. Mit einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 02.08.2018 hat sich der Bundesfinanzhof der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union angeschlossen, wonach die Teilnahme an einem Wettbewerb (Pferderennen) grundsätzlich keine gegen Entgelt erbrachte Dienstleistung darstellt. Etwas anderes gilt nach Mitteilung des BFH lediglich, wenn für die Teilnahme ein Antrittsgeld oder eine andere unmittelbare Vergütung gezahlt wird (Az.: V R 21/16).

FG verwies auf Abzugsverbot für Repräsentationsaufwendungen

Der Streitfall betraf eine GmbH, deren Zweck unter anderem im Kauf und Verkauf sowie der Ausbildung von Pferden bestand. Sie erklärte Umsätze aus Verkaufserlösen und Preisgeldern und machte Vorsteuern aus dem Kauf von Pferden, eines Lkw nebst Anhänger sowie eines Pkw geltend. Das Finanzamt versagte den Abzug der geltend gemachten Vorsteuerbeträge. Das Finanzgericht wies die Klage unter Hinweis auf das Abzugsverbot für Repräsentationsaufwendungen ab.

Auch Bedeutung für Steuerbarkeit von ähnlichen Tätigkeiten

Die Revision hatte Erfolg. Der BFH hob das Urteil auf, da das FG bei seiner Entscheidung noch von der Umsatzsteuerbarkeit aller Umsätze aus der Teilnahme an Pferderennen sowie einer hierauf beruhenden Unternehmerstellung der GmbH ausgegangen sei. Im zweiten Rechtsgang werde das FG insbesondere zu prüfen haben, ob die von der GmbH erklärten Umsätze aus Pferderennen in voller Höhe auf (nicht steuerbare) Preisgelder entfallen oder ob darin auch steuerbare Antrittsgelder enthalten sind, erläuterte der BFH. Das Urteil hat nach Angaben des Gerichts über den entschiedenen Fall hinaus Bedeutung für die Steuerbarkeit von ähnlichen Tätigkeiten, die mit ungewisser Entgelterwartung ausgeübt werden. Dazu gehöre auch die Teilnahme an Pokerturnieren (DStR 2017, 2330).

Zum Thema im Internet

Das Urteil im Volltext finden Sie auf der Internetseite des BFH.

Aus der Datenbank beck-online

FG Niedersachsen, Vorsteuerabzug: Abgrenzung zwischen Liebhaberei und Pferdezuchtbetrieb, MwStR 2017, 136 (Vorinstanz)

BFH, Zur Unternehmereigenschaft und Steuerbarkeit der Leistungen eines "Berufspokerspielers", DStR 2017, 2330

EuGH, Kein Leistungsaustausch bei Überlassung von Pferden an Rennveranstalter gegen ausgelobtes Preisgeld/Voller Vorsteuerabzug des Rennstallbesitzers möglich – Pavlína Baštová MwStR 2016, 991

Aus dem Nachrichtenarchiv

BFH, Pokergewinne unterliegen nicht der Umsatzsteuer, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 25.10.2017, becklink 2008147

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 5. Dezember 2018 .

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